Bombardier CRJ-900 (Foto: BriYYZ).
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Regionalflugzeug rutscht von Start- und Landebahn in Des Moines: Flugbetrieb eingestellt

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Ein Regionalflugzeug der Delta Connection, betrieben von Endeavor Air, ist am späten Samstagabend auf dem Des Moines International Airport (DSM) im US-Bundesstaat Iowa von der Start- und Landebahn abgekommen. Bei dem Vorfall, der sich Berichten zufolge während eines Schneesturms ereignete, wurde glücklicherweise keines der 56 an Bord befindlichen Personen, bestehend aus Passagieren und Besatzungsmitgliedern, verletzt. Als direkte Folge des Zwischenfalls musste der Flughafen Des Moines seinen Betrieb vorübergehend einstellen, da das betroffene Flugzeug weiterhin auf dem Flugfeld verbleibt und die Untersuchung durch die nationalen Sicherheitsbehörden abgewartet werden muss.

Der Zwischenfall betrifft eine Bombardier CRJ-900 des regionalen Partners Endeavor Air, die im Auftrag von Delta Air Lines (unter der Marke Delta Connection) den Flug aus Detroit, Michigan, (DTW) durchführte. Die Maschine landete mit geringfügiger Verspätung um 21:29 Uhr Ortszeit auf der Landebahn 31. Nach dem Aufsetzen kam das Flugzeug mutmaßlich aufgrund der winterlichen Witterungsbedingungen von der befestigten Fläche ab. Unbestätigten Berichten des lokalen Radiosenders WHO News Radio zufolge herrschte zum Zeitpunkt der Landung ein Schneesturm. Alle Passagiere konnten sicher von Bord gebracht und mit Bussen zum Terminal transportiert werden.

Die vorübergehende Einstellung des Flugbetriebs in Des Moines ist eine unmittelbare Konsequenz, da das havarierte Flugzeug erst nach Freigabe durch das National Transportation Safety Board (NTSB) geborgen und entfernt werden kann. Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Vorfalls, insbesondere unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen, laufen bereits an.

Details zum Vorfall und die Rolle des Wetters

Das in den Vorfall verwickelte Flugzeug ist eine Bombardier CRJ-900, die seit ihrer Auslieferung im Dezember 2012 ununterbrochen für Endeavor Air im Einsatz ist. Die CRJ-900 ist ein gängiges Regionalflugzeug, das in der Flotte von Endeavor Air in zwei Konfigurationen mit 70 oder 76 Passagieren in drei Klassen (First Class, Comfort und Hauptkabine) betrieben wird. Beim betroffenen Flug waren insgesamt 56 Personen an Bord.

Die Wetterlage gilt als ein hochwahrscheinlicher beitragender Faktor für das Abkommen von der Piste. Schneefall, geringe Sicht und möglicherweise beeinträchtigte Bremsbedingungen auf der Landebahn sind typische Herausforderungen, denen sich Piloten und Flughafenbetreiber unter winterlichen Bedingungen stellen müssen. Landungen bei Schneesturm erfordern erhöhte Vorsicht und können die Kontrolle über das Flugzeug nach dem Aufsetzen erschweren, selbst wenn die Piloten alle vorgeschriebenen Verfahren einhalten. Obwohl die offizielle Untersuchung des NTSB eine vollständige zeitliche Abfolge und die genauen Ursachen des Vorfalls liefern wird, deutet die Kombination aus starkem Schneefall und Dunkelheit (Landung um 21:29 Uhr) auf eine komplexe operative Situation hin.

Der Des Moines International Airport verfügt über zwei sich kreuzende Landebahnen. Der Vorfall auf Runway 31 führte zu einer unmittelbaren Sperrung des Flughafens, da die Sicherheit des weiteren Flugbetriebs nicht gewährleistet werden konnte, solange das Flugzeug die befestigte Fläche blockiert oder deren Nähe den Betrieb beeinträchtigt.

Die Herausforderung winterlicher Flugbedingungen

Die Luftfahrtindustrie weltweit kämpft regelmäßig mit den Auswirkungen extremer Witterungsverhältnisse, wobei Schnee und Eis oft die größten operativen Schwierigkeiten verursachen. Flughäfen benötigen spezielle Wetter-Einsatzteams und umfangreiche Ressourcen, um den sicheren Betrieb während Schneestürmen aufrechtzuerhalten. Dazu gehört das fortlaufende Räumen der Start- und Landebahnen, Rollwege und Vorfelder, was bei anhaltendem Schneefall ein zeitaufwändiger und personalintensiver Prozess ist.

Historische Beispiele verdeutlichen das Ausmaß solcher Störungen: Der Minneapolis-St. Paul International Airport (MSP) sah sich in der Vergangenheit mit massiven Störungen konfrontiert, als eine Schneehöhe von 18 Zentimetern zu Hunderten von Flugverzögerungen und über 70 Annullierungen innerhalb von 24 Stunden führte. Solche Vorfälle veranlassen Flughäfen zu massiven Investitionen in moderne Schneeräumfahrzeuge und -ausrüstung. MSP investierte beispielsweise über 62 Millionen US-Dollar in 58 neue Fahrzeuge zur Schneebeseitigung.

Neben den Herausforderungen am Boden birgt auch die Enteisung der Flugzeuge selbst ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Eisansatz auf Tragflächen oder anderen kritischen Oberflächen kann die aerodynamischen Eigenschaften eines Flugzeugs drastisch verschlechtern und die Auftriebserzeugung beim Start empfindlich beeinträchtigen. Die Luftfahrtgeschichte verzeichnet Tragödien, bei denen Eisansatz eine zentrale Rolle spielte. Daher hat die Sicherheit immer oberste Priorität, selbst wenn dies zu erheblichen Verzögerungen und Annullierungen führt. Der Vorfall in Des Moines unterstreicht erneut die Notwendigkeit robuster Verfahren und Ausrüstungen für den Winterbetrieb in Regionen, die von starken Schneefällen betroffen sind.

Der Ablauf nach einem Luftfahrtereignis

Nach einem Zwischenfall dieser Art übernimmt sofort das National Transportation Safety Board (NTSB) die Federführung. Das NTSB ist für die Untersuchung ziviler Luftfahrtereignisse in den Vereinigten Staaten zuständig und wird ein Team von Ermittlern entsenden, um die Unfallstelle zu untersuchen, Datenrecorder (Flugdatenschreiber und Cockpit-Voice-Recorder) zu sichern und Zeugenaussagen zu sammeln. Die Ermittler prüfen alle potenziellen Faktoren, einschließlich mechanischer Probleme, menschlicher Eingriffe und der genauen meteorologischen Bedingungen zum Zeitpunkt der Landung.

Erst wenn das NTSB das Flugzeug offiziell freigegeben hat, kann es geborgen und von der Landebahn entfernt werden. Die Bergung eines Regionaljets wie der CRJ-900, insbesondere wenn es sich noch auf befestigtem Untergrund befindet, ist ein komplexer logistischer Prozess, der spezialisierte Ausrüstung erfordert, um Schäden am Flugzeug oder der Infrastruktur des Flughafens zu vermeiden.

Flughafenbetriebe in den Vereinigten Staaten sind darauf angewiesen, ihre Betriebsbereitschaft schnell wiederherzustellen. Die Schließung des Des Moines International Airport, auch wenn sie nur vorübergehend ist, hat unmittelbare Auswirkungen auf den nationalen Flugplan, da alle Flüge, die Des Moines anfliegen oder von dort starten sollten, umgeleitet oder annulliert werden müssen. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme des Betriebs hängt direkt von der Geschwindigkeit der Untersuchung und der erfolgreichen Bergung des Flugzeugs ab. Die Öffentlichkeit wartet auf die offiziellen Ergebnisse der NTSB-Untersuchung, um die genaue Ursache des Zwischenfalls vollständig verstehen zu können.

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