Geld (Foto: Roman Synkevych/Unsplash).
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Reisen in einer unsicheren Welt: Auswärtiges Amt warnt vor Gefahren im Umgang mit Geld und Wertsachen im Urlaub

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Die Ferienzeit ist für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres. Doch auch auf Reisen lauert die Gefahr, Opfer von Diebstahl oder Betrug zu werden. Eine aktuelle Analyse des Multi-Währungskonten-Anbieters Wise hat die Reiseempfehlungen des deutschen Auswärtigen Amtes für 50 beliebte Urlaubsländer ausgewertet und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

In einem Großteil der untersuchten Destinationen wird Reisenden geraten, besondere Vorsicht im Umgang mit Geld und Wertsachen walten zu lassen. Die Empfehlungen reichen von der Mitnahme von nur wenig Bargeld bis hin zur strikten Vermeidung von Abhebungen an Geldautomaten. Die Analyse zeigt, wie wichtig es ist, sich vor der Reise genau über die Sicherheitslage im jeweiligen Urlaubsland zu informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Sicher unterwegs: Die allgemeine Empfehlung des Auswärtigen Amtes

Die allgemeine Grundregel für Reisende, so die Analyse von Wise, lautet: In allen 50 untersuchten Ländern sollten wichtige Dokumente, Geld und Ausweise an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Die Empfehlungen gehen jedoch weit darüber hinaus und werden von Land zu Land spezifischer. In 38 Ländern rät das Auswärtige Amt, nur das für den Tag benötigte Bargeld mitzunehmen und unnötige Wertsachen wie teuren Schmuck oder hochwertige Elektronik am besten im Hotel oder in der Ferienwohnung zu lassen. Diese Warnung betrifft nicht nur Länder in Afrika, Asien oder Südamerika, sondern auch Destinationen wie Australien, Neuseeland und die USA, die gemeinhin als sicher gelten.

Eine weitere wichtige Empfehlung ist die Bevorzugung von bargeldlosen Zahlungen. Für 31 Länder wird geraten, nach Möglichkeit auf die Verwendung von Bargeld zu verzichten und stattdessen mit Karte zu bezahlen. Dies steht im Gegensatz zu 13 Ländern, in denen das Auswärtige Amt explizit empfiehlt, Bargeld dabei zu haben, da Kartenzahlungen nicht überall möglich sind. In acht Ländern, darunter Usbekistan, Kolumbien oder Fidschi, wird davor gewarnt, daß die Bargeld- und Automatenversorgung außerhalb der Städte schwierig sein kann. Reisende müssen sich also vorab genau informieren, welche Zahlungsmittel in ihrem Zielland am besten geeignet sind.

Kriminalität und Betrug: Besondere Vorsicht in bestimmten Regionen

Die Gefahrenlage in den Urlaubsländern ist sehr unterschiedlich. In 17 Ländern wird allgemein vor Kriminalität gewarnt, in sieben Ländern explizit vor Diebstählen und Überfällen.

  • In Peru, Kolumbien, den Philippinen, Tansania und Kenia warnt das Auswärtige Amt sogar vor dem Risiko von Entführungen. In Peru und Kolumbien sind hierbei besonders Taxifahrer gefährlich, die Passagiere in abgelegene Gebiete bringen, um sie auszurauben oder zu entführen.
  • In Brasilien und der Dominikanischen Republik rät das Amt zu einem ungewöhnlichen Schritt: Reisende sollten stets einen geringen Geldbetrag bei sich haben, den sie im Falle eines Überfalls widerstandslos aushändigen können. Diese Strategie soll die Wahrscheinlichkeit eines gewalttätigen Übergriffs reduzieren. In Chile wird ebenfalls explizit geraten, bei einem Raubüberfall keinen Widerstand zu leisten.

Auch vor speziellen Formen des Betrugs wird gewarnt: In jeweils vier Ländern sollten Reisende bei größeren Menschenansammlungen auf ihre Wertsachen achten oder sich vor sogenannten „Liebes- oder Freundschaftsbetrügereien“ sowie erzwungenen Geldabhebungen in Acht nehmen.

Fallen am Geldautomaten und beim Kartenzahlung

Geld abzuheben, ist in vielen Ländern mit Risiken verbunden. In 14 Ländern, darunter Thailand, Mexiko, Brasilien und Südafrika, wird zur besonderen Vorsicht beim Geldabheben geraten. In acht Ländern warnt das Auswärtige Amt zusätzlich vor manipulierten Geldautomaten. Reisende sollten Geld nur an gut beleuchteten, belebten Orten und am besten in Bankfilialen abheben und ihre PIN-Eingabe immer sorgfältig abschirmen.

Auch bei der Kartenzahlung gibt es Fallstricke, die das Reisebudget unnötig belasten können. Der Experte von Wise, Thomas Adamski, empfiehlt, bei Zahlungen am Kartenlesegerät immer die lokale Währung zu wählen. „Damit vermeiden Reisende zusätzliche Umrechnungsgebühren, die das Reisebudget unnötig verringern“, so Adamski. Eine weitere wichtige Information ist, daß V-Pay-Karten außerhalb Europas nicht akzeptiert werden. In China können internationale Kreditkarten vielerorts nicht verwendet werden, weshalb Reisende dort unbedingt Bargeld mitführen sollten.

In acht Ländern warnt das Auswärtige Amt vor Kreditkartenbetrug. In diesen Ländern, zu denen Mexiko, Thailand, Indonesien und Südafrika gehören, sollten Reisende ihre Kreditkarte unter keinen Umständen aus der Hand geben. In Sri Lanka wird empfohlen, kleinere Beträge lieber bar zu zahlen, während in Namibia oder Indonesien der Bezahlvorgang stets unter den Augen des Karteninhabers ablaufen sollte.

Umgang mit Bargeld und Währungstausch: Teure Gebühren lauern überall

Die Untersuchung von Wise hat ergeben, daß das Geldabheben im Ausland sehr teuer werden kann. In Argentinien können beispielsweise durchschnittlich Gebühren von rund 15 Prozent anfallen. Adamski rät Reisenden, sich bereits vorab über die Kosten verschiedener Zahlungsmethoden und Banken zu informieren. Selbst wenn die eigene Bank keine Gebühren erhebt, können die Gebühren der lokalen Automatenbetreiber ins Gewicht fallen.

Wer Geld vor Ort wechseln möchte, sollte ebenfalls auf offizielle Wechselstuben achten. In neun Ländern, darunter Argentinien, die Dominikanische Republik oder Vietnam, wird ausdrücklich davor gewarnt, Geld auf der Straße zu tauschen. In Peru, Südafrika, Tansania und Nepal kann der Währungstausch außerhalb großer Städte problematisch werden. Auch in den USA gibt es nicht in allen Gebieten Wechselstuben, was überraschend sein mag.

Die Analyse von Wise, die auf den Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes basiert, umfaßt eine breite Palette von 50 Ländern, von A wie Ägypten bis V wie Vietnam. Die Ergebnisse zeigen, daß sorgfältige Planung und Vorsicht im Umgang mit Geld und Wertsachen auf Reisen unerläßlich sind, um unangenehme Zwischenfälle und finanzielle Verluste zu vermeiden.

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