Der deutsche Online-Reisemarkt (OTA) hat im Berichtszeitraum eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gezeigt, obwohl die Kosten für Urlaubsreisen merklich gestiegen sind. Nach aktuellen Zahlen, die der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) auf Basis von Daten von Travel Data + Analytics veröffentlichte, verlängerte sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Reisenden leicht von acht auf 8,1 Tage. Diese Entwicklung unterstreicht die anhaltend hohe Reiselust der Bevölkerung.
Besonders erfolgreich im OTA-Markt war die Türkei. Die Destination konnte ihre Saison dank starker Last-Minute-Buchungen ins Plus drehen und verzeichnete deutliche Zugewinne. Konkret erzielte die Türkei einen Anstieg des Umsatzes um 15 Prozent und konnte zehn Prozent mehr Gäste als im Vorjahr begrüßen. Griechenland zeigte laut VIR eine stabile Entwicklung, mit nahezu identischem Wachstum bei Reisenden und Erlösen. Trotz des starken Wettbewerbs konnten damit die etablierten Mittelmeerziele ihre Positionen halten oder ausbauen.
Darüber hinaus meldeten auch Fernreiseziele signifikante Zuwächse. Zweistellige Umsatzsteigerungen wurden insbesondere für Destinationen im südlichen Afrika, im Indischen Ozean sowie im Asien-Pazifikraum verzeichnet. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach exklusiven und Langstreckenreisen trotz höherer Preise robust bleibt. Michael Buller, Vorstand des VIR, sprach in diesem Kontext von einer „erstaunlichen Resilienz“ der Reisenden. Viele Menschen verzichteten demnach nicht auf ihre Urlaubsreise, obwohl sich die Preise spürbar erhöht hätten. Die Nachfrage nach Reisen übersteigt somit die Bedenken bezüglich der gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Die Daten spiegeln die allgemeine Tendenz wider, dass Verbraucher in Deutschland und Europa weiterhin einen hohen Wert auf Reiseerlebnisse legen. Die leichte Verlängerung der Aufenthaltsdauer deutet zudem darauf hin, dass Reisende bereit sind, mehr Zeit und Geld in ihre Urlaube zu investieren.