Der Flughafen Nürnberg hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem historischen Höchstwert abgeschlossen und verzeichnete mit 4,51 Millionen Passagieren das verkehrsstärkste Jahr seit seinem Bestehen. Dies entspricht einer Steigerung von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und übertrifft sogar das bisherige Rekordjahr 2018.
Während der bundesweite Durchschnitt der deutschen Verkehrsflughäfen aufgrund hoher Standortkosten und der Luftverkehrsteuer noch unter dem Vorkrisenniveau liegt, erreichte Nürnberg ein Recovery-Level von 110 Prozent im Vergleich zu 2019. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen kletterte auf einen Spitzenwert von 83,2 Prozent, wobei besonders das vierte Quartal mit einem Zuwachs von rund 20 Prozent herausragte.
Wachstumstreiber waren vor allem die Low-Cost-Airlines sowie ein dynamischer Touristikverkehr. Ryanair festigte seine Position als Marktführer in Nürnberg mit einem Anteil von 28 Prozent, während Wizz Air zur zweitgrößten Fluggesellschaft am Standort aufstieg. Auch das Full-Service-Segment entwickelte sich positiv; so steigerte die Lufthansa ihr Passagieraufkommen um 11,5 Prozent. Im touristischen Sektor, der insgesamt 1,63 Millionen Reisende zählte, sorgte insbesondere die Stationierung eines zweiten Flugzeugs durch Marabu Airlines für Impulse. Das nachfragestärkste Ziel blieb mit über 600.000 Passagieren Antalya, gefolgt von Palma de Mallorca und wichtigen europäischen Drehkreuzen wie Istanbul, Frankfurt und Amsterdam.
Trotz der operativen Rekordzahlen schloss der Flughafen das Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von rund 1,1 Millionen Euro ab. Dies stellt jedoch eine signifikante Verbesserung zum Vorjahr dar, da das operative Ergebnis (EBITDA) auf 11,8 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Höhere Umsätze im Bereich Einzelhandel, Gastronomie und Parken trugen maßgeblich dazu bei. Parallel dazu investierte der Airport massiv in seine Infrastruktur: Von den insgesamt 26 Millionen Euro entfiel ein Großteil auf die Inbetriebnahme einer neuen Freiland-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 13 Megawatt, um die Energieautarkie des Standorts voranzutreiben. Die Anzahl der Flugbewegungen stieg zwar auf knapp 53.000, blieb jedoch aufgrund des Einsatzes größerer und effizienterer Flugzeuge weiterhin unter dem Niveau von 2019.
Für das Jahr 2026 prognostiziert die Geschäftsführung eine stabile Nachfrage, warnt jedoch vor erheblichen Risikofaktoren. Geopolitische Spannungen, insbesondere der Konflikt im Iran, sowie die daraus resultierenden volatilen Kerosinpreise könnten die weitere Entwicklung bremsen. Dennoch setzt der Flughafen auf eine aktive Akquise neuer Fluggesellschaften und den Ausbau ganzjähriger Verbindungen, um die Abhängigkeit von saisonalen Schwankungen zu verringern. Der wachsende Incoming-Verkehr, der Nürnberg über das gesamte Jahr hinweg als attraktives Reiseziel etabliert, stützt diese Strategie und sorgt für eine kontinuierliche Auslastung der Kapazitäten in der Metropolregion.