Die lettische Nationalfluggesellschaft Air Baltic hat ihre Finanzergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt und meldet dabei einen neuen Umsatzrekord für diesen Zeitraum. Mit Erlösen in Höhe von 149,1 Millionen Euro konnte das Unternehmen eine Steigerung von 12,3 % im Vergleich zum Vorjahresquartal erzielen.
Dieser Zuwachs wurde maßgeblich durch ein erhöhtes Passagieraufkommen und den Ausbau des ACMI-Geschäfts – dem Vermieten von Flugzeugen inklusive Besatzung an andere Airlines – getragen. Die operative Leistung, gemessen am bereinigten EBITDAR, verbesserte sich deutlich auf 7,0 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 4,3 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.
Im operativen Bereich verzeichnete die Airline mit Sitz in Riga historische Höchststände bei den Passagierzahlen für ein Auftaktquartal. Insgesamt beförderte Air Baltic inklusive der ACMI-Leistungen 1,5 Millionen Fluggäste. Das eigene Streckennetz wurde von 1,044 Millionen Passagieren genutzt. Die Flugaktivität stieg auf insgesamt 15.100 Einsätze, wobei insbesondere der Bereich der Fremdvermietung mit 4.400 Flügen ein massives Wachstum von über 33 % generierte. Ein wesentlicher Faktor für die gesteigerte Stabilität war die deutlich verbesserte Flottenverfügbarkeit. Während im ersten Quartal 2025 durchschnittlich 13 Maschinen aufgrund von Triebwerksproblemen des Herstellers Pratt & Whitney am Boden bleiben mussten, standen zum Beginn des Jahres 2026 alle Flugzeuge für den aktiven Dienst zur Verfügung.
Trotz der positiven operativen Tendenz wies das Nettoergebnis für die ersten drei Monate einen Verlust von 70,1 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahresverlust von 29,3 Millionen Euro stellt dies eine deutliche Verschlechterung dar. Das Management führt dieses Ergebnis primär auf externe Faktoren zurück, die außerhalb des unmittelbaren operativen Einflusses liegen. Hierzu zählen negative Währungseffekte, die anhaltende Kosteninflation sowie finanzierungsbedingte Aufwendungen. Zudem beeinflussten geopolitische Spannungen im Nahen Osten den Flugplan, was im März 2026 zur vorübergehenden Einstellung der Verbindungen nach Tel Aviv und Dubai führte. Dies resultierte in längeren Flugrouten und entsprechend höheren Betriebskosten durch Luftraumbeschränkungen.
Für das restliche Geschäftsjahr 2026 setzt das Unternehmen unter der Leitung von CEO Erno Hildén auf eine strikte Kostendisziplin und die Optimierung der Umsatzqualität. Die Flotte wuchs zum Ende des ersten Quartals durch den Zugang weiterer Airbus A220-300 auf 53 Maschinen an, wobei die Fluggesellschaft aktuell bereits 55 Einheiten dieses Typs betreibt. Mit der vollständigen Einsatzbereitschaft der Flotte und der Fokussierung auf strategische Partnerschaften strebt Air Baltic an, die Marktposition im Baltikum weiter auszubauen und die negativen finanziellen Effekte des saisonal bedingt schwächeren ersten Quartals im weiteren Jahresverlauf zu kompensieren.