Die Insolvenz von Rex – Regional Express, einer führenden Regionalfluggesellschaft in Australien, hat große Wellen geschlagen.
Der Verwalter des Unternehmens nutzt spezifische Bestimmungen des Corporations (Externally-Administered Bodies) Instrument 2015/251 der Australian Securities and Investment Commission (ASIC), um die finanzielle Berichterstattungspflicht vorübergehend auszusetzen. Diese Entscheidung markiert einen wichtigen Schritt im Restrukturierungsprozess, der darauf abzielt, das Unternehmen zu stabilisieren und möglicherweise zu retten.
Einleitung: Insolvenzverwaltung und Neuausrichtung
Am 28. August 2024 wurden wichtige Entwicklungen in der Insolvenzverwaltung von Rex – Regional Express bekannt. Der Verwalter des Unternehmens, Ernst & Young, hat beim australischen Bundesgericht eine Fristverlängerung beantragt, um die Verpflichtungen bezüglich der Finanzberichterstattung und der Jahreshauptversammlung aufschieben zu können.
Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans, der darauf abzielt, das Unternehmen aus der finanziellen Krise zu führen und die Insolvenz zu bewältigen. Rex hatte Ende Juli freiwillig die Insolvenz beantragt, nachdem das Unternehmen über drei Jahre hinweg erhebliche Verluste mit seinen B737-800-Flugzeugen eingeflogen hatte. Derzeit werden nur noch Turboprop-Flüge durchgeführt, während die Jet-Flüge eingestellt wurden.
Finanzielle Schwierigkeiten und Insolvenzverfahren
Rex – Regional Express, bekannt für seinen Regionalflugdienst in Australien, kämpfte lange Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten. Die Kosten für die B737-800-Flugzeuge, die in den letzten Jahren einen großen Teil der Flotte ausmachten, führten zu erheblichen finanziellen Verlusten. Das Unternehmen sah sich gezwungen, die Flugzeuge abzulehnen und die Jet-Flüge einzustellen. Dieser Schritt war notwendig, um die finanziellen Belastungen zu reduzieren und die betriebliche Effizienz zu verbessern.
Ende Juli beantragte Rex freiwillig Insolvenzverwaltung, ein Schritt, der den Beginn eines Restrukturierungsprozesses markiert. Der Verwalter Ernst & Young ist nun dafür verantwortlich, das Unternehmen durch diese schwierige Phase zu führen und mögliche Lösungen für die finanzielle Stabilisierung zu finden.
Aufschub der Finanzberichterstattung und Jahreshauptversammlung
Eine zentrale Maßnahme im aktuellen Insolvenzverfahren ist die vorübergehende Aussetzung der Verpflichtung zur Finanzberichterstattung. Der Verwalter stützt sich dabei auf spezifische Bestimmungen des ASIC-Instruments 2015/251, das eine Fristverlängerung von sechs bis 24 Monaten ermöglicht. Dies gibt dem Verwalter die notwendige Zeit, um eine detaillierte Finanzanalyse durchzuführen und einen umfassenden Plan für die zukünftige Finanzberichterstattung zu erstellen.
Zusätzlich wird die Verpflichtung zur Abhaltung einer Jahreshauptversammlung vorübergehend aufgehoben. Normalerweise müsste Rex innerhalb von fünf Monaten nach Ende des Geschäftsjahres eine solche Versammlung einberufen, um die Aktionäre über die Finanzen und den Status des Unternehmens zu informieren. Diese Regelung wird jedoch im aktuellen Verfahren ausgesetzt, um den Verwalter zu entlasten und den Restrukturierungsprozess nicht zu behindern.
Verkauf oder Rekapitalisierung als mögliche Lösung
Laut einem Schreiben vom 21. August, das an die Gläubiger versandt wurde, besteht die Absicht des Verwalters darin, die Rex-Gruppe entweder durch Verkauf oder Rekapitalisierung weiterzuführen. Diese Option könnte den Gläubigern den größten Nutzen bringen. Der Verwalter betonte, dass mehr Zeit benötigt wird, um eine optimale Lösung zu finden, und dass die erste Gläubigerversammlung vorerst verschoben wurde. Die nächste Gläubigerversammlung soll nun am oder vor dem 25. November stattfinden.
Die Suche nach potenziellen Käufern oder Investoren ist in vollem Gange. In der Kolumne „Street Talk“ der Australian Financial Review wurde ein Konsortium von Interessenten genannt, das sich für eine Übernahme von Rex interessiert. Zu den Beteiligten gehören John Sharp, der Vorsitzende von Rex, Skytraders, Allegro Funds, Bain Capital und Anchorage Capital Partners. Diese Gruppe prüft derzeit, ob sie ein Angebot für Rex abgeben soll. Der Geschäftsführer von Alliance Airlines, Scott McMillan, wies jedoch Berichte zurück, wonach seine Fluggesellschaft ein Angebot machen wolle, und erklärte, dass Alliance Airlines nicht an einer Übernahme interessiert sei.
Ausblick und mögliche Zukunft von Rex
Unverbindliche Angebote für die Übernahme von Rex wurden Mitte August abgegeben, und verbindliche Angebote werden für Mitte September erwartet. Die Entwicklung dieser Angebote wird entscheidend dafür sein, wie die Zukunft von Rex gestaltet wird. Sollte es zu einem Verkauf kommen, könnte dies dem Unternehmen neue finanzielle Mittel verschaffen und eine nachhaltige Zukunft ermöglichen.
Die Herausforderungen, vor denen Rex steht, sind erheblich, doch der aktuelle Restrukturierungsprozess bietet Hoffnung auf eine Wende. Die vorübergehende Aussetzung der Finanzberichterstattungspflichten und der Jahreshauptversammlung geben dem Verwalter und den Interessenten die Zeit, die notwendigen Schritte zur Stabilisierung und Neuausrichtung des Unternehmens zu unternehmen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu bestimmen, ob Rex – Regional Express erfolgreich aus der Insolvenz hervorgehen kann und welche Form das Unternehmen in Zukunft annehmen wird.