Flughafen Kassel-Calden (Foto: Robert Spohr).
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Rheinmetall und das Land Hessen planen Trainings- und Logistikzentrum am Flughafen Kassel

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Der Flughafen Kassel-Calden steht vor einer Umgestaltung seiner Nutzungsschwerpunkte. Wie die Betreibergesellschaft des Regionalflughafens und das Land Hessen bekannt gaben, unterzeichneten die Landesregierung und der Rüstungskonzern Rheinmetall eine Absichtserklärung zum Aufbau des sogenannten „Defence Hub Nordhessen“.

Im Rahmen des Projekts plant das Rüstungsunternehmen Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro am Standort. Vor Ort sollen ein Logistik- und Trainingszentrum sowie ein Testareal für unbemannte Flugsysteme entstehen. Nach Unternehmensangaben sollen durch das Vorhaben etwa 130 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mit dieser Vereinbarung versucht das Land Hessen, die seit Jahren defizitäre Infrastruktur des Regionalflughafens finanziell und betrieblich abzusichern. Der 2013 neu eröffnete Flughafen Kassel-Calden blieb im zivilen Passagier- und Linienflugverkehr kontinuierlich hinter den ursprünglichen Passagierprognosen zurück und ist regelmäßig auf erhebliche jährliche Betriebskostenzuschüsse der öffentlichen Hand angewiesen. Die Ansiedlung militärischer Erprobungs- und Logistikstrukturen soll die Einnahmen aus der Verpachtung von Grundstücksflächen und der Nutzung der Start- und Landebahnen erhöhen.

Durch die Errichtung des Testzentrums für Drohnentechnologie sowie der Logistik- und Schulungseinrichtungen nutzt Rheinmetall die bestehende Luftfahrtsinfrastruktur und die verkehrsgünstige Lage in Zentraldeutschland. Die nähe zu bestehenden Standorten der Rüstungsindustrie in Nordhessen sowie die verfügbaren Flugbetriebszeiten auf dem Flugplatzgelände bieten dem Konzern Kapazitäten für Erprobungs- und Schulungsaktivitäten. Das Areal ermöglicht Tests unbemannter Fluggeräte unter kontrollierten Luftraumbedingungen direkt am Platz.

Kritische Stimmen und Branchenanalysten verweisen darauf, dass eine Absichtserklärung noch keine rechtlich bindenden Bau- und Betriebsgenehmigungen ersetzt. Die Umwandlung von Teilen des zivilen Flughafens in ein militärisches Test- und Logistikareal erfordert umfangreiche Genehmigungsverfahren und könnte zu Konflikten mit der umliegenden Anwohnerschaft hinsichtlich der Lärmbelastung durch Drohnentests führen. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit die neuen Einnahmen ausreichen, um das strukturelle Defizit des Standorts Kassel-Calden langfristig ohne weitere Steuergelder vollständig auszugleichen.

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