Die neue saudi-arabische Staatsfluggesellschaft Riyadh Air hat einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein im Hinblick auf ihre weltweite Netzwerkexpansion erreicht.
Das Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten (USDOT) erteilte dem Luftfahrtunternehmen die offizielle Genehmigung für die Durchführung von Linienflügen in die und aus den USA. In seiner Begründung erklärte das Ministerium, dass die Vergabe dieser Verkehrsrechte im öffentlichen Interesse liege und die bilateralen Luftverkehrsbeziehungen stärke. Für die Fluglinie, die sich vollständig im Besitz des staatlichen saudi-arabischen Public Investment Funds (PIF) befindet, stellt diese Erlaubnis eine zentrale Voraussetzung für den Aufbau ihres geplanten interkontinentalen Streckennetzes dar.
Die Erteilung der US-Einflugrechte erfolgt unmittelbare Zeit nach dem offiziellen operativen Betriebsstart der Fluggesellschaft. Erst in der vergangenen Woche absolvierte Riyadh Air ihren historischen ersten kommerziellen Linienflug, der von der saudi-arabischen Hauptstadt Riad nach London führte. Das Unternehmen wurde im Jahr 2023 mit dem strategischen Ziel gegründet, Riad als globales Luftverkehrsdrehkreuz zu etablieren und die wirtschaftliche Diversifizierung des Königreichs im Rahmen der nationalen Entwicklungsstrategie voranzutreiben. Riyadh Air fungiert dabei als zweite staatliche Fluggesellschaft des Landes neben der bereits etablierten Fluglinie Saudia.
Durch die US-Genehmigung kann die Fluggesellschaft nun konkrete Vorbereitungen für die Aufnahme von Flugverbindungen zu wichtigen nordamerikanischen Wirtschaftszentren und Metropolen wie New York, Washington D.C. und Los Angeles einleiten. Zur Bewältigung dieser Langstreckenrouten hatte das Management bereits umfangreiche Flottenbestellungen platziert, darunter Großaufträge für Großraumflugzeuge der Typen Boeing 787 Dreamliner und Airbus A350. Der Eintritt von Riyadh Air in den transatlantischen Markt verschärft den Wettbewerb im Premium-Segment des internationalen Luftverkehrs, insbesondere im direkten Vergleich mit den etablierten Golf-Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar.
Luftfahrtanalysten gehen davon aus, dass die Aufnahme der US-Flüge im Laufe der kommenden Monate schrittweise erfolgen wird, sobald alle logistischen und operativen Vorbereitungen an den Zielflughäfen abgeschlossen sind. Neben der reinen Passagierbeförderung plant Riyadh Air auch den Ausbau von Frachtkapazitäten auf den Nordamerika-Routen. Die Neugründung und die aggressive Expansionspolitik der Fluglinie sind Teil einer umfassenden Investitionsoffensive Saudi-Arabiens im Transport- und Tourismussektor, mit der das Land seine Abhängigkeit vom Ölgeschäft langfristig reduzieren und seine Stellung im globalen Logistiknetzwerk ausbauen will.