Boeing 787-9 (Foto: Riyadh Air).
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Riyadh Air rechnet mit baldigem AOC-Erhalt

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Die Luftfahrtindustrie in Saudi-Arabien steht vor einer bemerkenswerten Erweiterung: Riyadh Air, eine von der saudischen Staatsfondsbehörde Public Investment Fund (PIF) gegründete Fluggesellschaft, bereitet sich darauf vor, den Markt zu betreten. Diese neue Airline soll nicht nur den nationalen Luftverkehr bereichern, sondern auch internationale Verbindungen schaffen. Doch trotz intensiver Bemühungen und vieler Ankündigungen gibt es weiterhin Unsicherheiten über den genauen Zeitpunkt der Markteinführung und den aktuellen Stand der behördlichen Genehmigungen.

Riyadh Air hat kürzlich angekündigt, dass die Fluggesellschaft in der dritten Jahreshälfte 2025 ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen wird. Dies stellt eine Verzögerung im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen dar, die den Start im ersten Quartal 2025 vorsahen. Die Verzögerung bei der Einführung lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen, unter anderem auf die noch ausstehende Ausstellung des sogenannten Air Operator’s Certificate (AOC), welches von der General Authority of Civil Aviation (GACA) des Königreichs erteilt werden muss.

Tony Douglas, der CEO von Riyadh Air, erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Al Arabiya, dass die Fluggesellschaft bereits im Besitz dieses Zertifikats sei. Doch die Airline musste später eine Klarstellung abgeben. In einer Stellungnahme an die Plattform ch-aviation hieß es, dass Riyadh Air „in den letzten Monaten unermüdlich daran gearbeitet habe, alle technischen und flugspezifischen Anforderungen zu erfüllen“, aber das AOC noch nicht erlangt sei. Das Dokument wird für den rechtmäßigen Betrieb der Fluggesellschaft notwendig, sodass ohne diese Genehmigung keine kommerziellen Flüge durchgeführt werden können.

Ob das AOC mittlerweile erteilt wurde, konnte nicht verifiziert werden. Anfragen an die saudische Zivilluftfahrtbehörde sowie an die Airline blieben unbeantwortet. Es bleibt abzuwarten, ob das Zertifikat tatsächlich in den kommenden Wochen, wie von der Fluggesellschaft erwartet, erteilt wird.

Die Rolle des saudischen Staatsfonds

Die Pläne für die Gründung von Riyadh Air sind ein Teil der Strategie der saudischen Führung, die Luftfahrtbranche des Königreichs zu stärken. Als Tochtergesellschaft des Public Investment Fund, einem der größten Staatsfonds der Welt, hat die Airline beträchtliche finanzielle Mittel zur Verfügung, die für die Entwicklung eines modernen und effizienten Flugnetzwerks genutzt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt in der Vision „Saudi Vision 2030“, die darauf abzielt, die Wirtschaft des Königreichs von ihrer Abhängigkeit von Öl zu diversifizieren und neue Industrien zu fördern.

Riyadh Air wird als Schwesterunternehmen der etablierten Fluggesellschaft Saudia geführt. Während Saudia die traditionelle saudische Airline darstellt, verfolgt Riyadh Air einen jüngeren, agilen Ansatz, der darauf abzielt, internationale Märkte anzusprechen und eine moderne Markenidentität zu etablieren. Die Fluggesellschaft hat den Anspruch, in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle im internationalen Flugverkehr zu spielen und den Luftverkehr zwischen Saudi-Arabien und dem Rest der Welt zu stärken.

Flottenaufbau und zukünftige Ziele

Riyadh Air hat große Ambitionen, was die Ausstattung und Erweiterung ihrer Flotte betrifft. Aktuell hat die Airline 99 Flugzeuge auf Bestellung. Dazu gehören 60 Airbus A321-200NEO, die für Kurz- und Mittelstreckenflüge vorgesehen sind, sowie 38 Boeing 787-9 Dreamliner für Langstreckenflüge. Letztere sind für den internationalen Flugverkehr geplant, und die Airline hat große Hoffnungen, dass sie schnell eine führende Rolle in der internationalen Luftfahrt einnehmen wird.

Zurzeit verfügt Riyadh Air über ein einziges Boeing 787-9 Flugzeug, das vor allem für Zertifizierungsflüge eingesetzt wird. Doch der ursprünglich geplante Erhalt von acht dieser Maschinen im Jahr 2025 wurde nun auf vier reduziert. Diese Verzögerungen könnten Auswirkungen auf die pünktliche Markteinführung haben, da die neue Fluggesellschaft darauf angewiesen ist, ihre Flotte in einem angemessenen Zeitrahmen aufzubauen, um ihren Betrieb aufnehmen zu können.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Airline entschlossen, ihren Plan, noch in der zweiten Jahreshälfte 2025 in den kommerziellen Betrieb zu gehen, umzusetzen. Dabei werden zunächst Inlandsflüge und kürzere internationale Routen bedient, bevor später größere Streckenverbindungen hinzukommen sollen. Der Fokus liegt auf der Schaffung eines effizienten Flugnetzwerks, das die saudische Hauptstadt Riyadh mit wichtigen globalen Wirtschaftszentren verbindet.

Herausforderungen und Zukunftsperspektiven

Die Entwicklung von Riyadh Air ist ein bedeutender Schritt für die saudische Luftfahrtindustrie, die sich durch diese neue Fluggesellschaft stärker auf dem internationalen Markt positionieren möchte. Die Herausforderungen, mit denen die Fluggesellschaft konfrontiert ist, umfassen jedoch nicht nur administrative und regulatorische Hürden, sondern auch die Konkurrenz im internationalen Luftverkehr.

Riyadh Air wird in einem hart umkämpften globalen Markt tätig werden, in dem etablierte Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar Airways und Etihad Airways dominieren. Diese Unternehmen haben jahrzehntelange Erfahrung im internationalen Luftverkehr und verfügen über gut etablierte Marken. Um in diesem Markt erfolgreich zu sein, muss Riyadh Air nicht nur mit hochwertigen Serviceleistungen, sondern auch mit einem wettbewerbsfähigen Preismodell und einer modernen Flotte punkten.

Die langfristige Perspektive für Riyadh Air ist jedoch vielversprechend. Mit der finanziellen Unterstützung des saudischen Staatsfonds und der strategischen Ausrichtung auf internationales Wachstum verfügt die Fluggesellschaft über die notwendigen Mittel, um sich als bedeutender Akteur in der internationalen Luftfahrt zu etablieren.

Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Riyadh Air ihre Ziele erreichen kann. Die Ausstellung des AOC, der Aufbau der Flotte und der Beginn der kommerziellen Flüge sind wesentliche Meilensteine, die es zu überwachen gilt. Sollte die Fluggesellschaft ihren Betrieb erfolgreich aufnehmen, könnte sie eine wichtige Rolle in der globalen Luftfahrtlandschaft spielen und dazu beitragen, Riyadh als ein weiteres internationales Luftfahrt-Drehkreuz zu etablieren.

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