Die neugegründete saudi-arabische Fluggesellschaft Riyadh Air hat wesentliche Teile ihrer Flotte vom internationalen Flughafen King Khalid in Riad an weiter westlich gelegene und als sicherer eingestufte Standorte innerhalb sowie außerhalb des Landes verlegt.
Auslöser der Notmaßnahme ist eine Serie von Raketen- und Drohnenangriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf die saudi-arabische Hauptstadt. Allein am Nachmittag des 13. Oktober 2026 wurden binnen nur 23 Minuten drei Großraumflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 Dreamliner geordnet aus der Gefahrenzone geflogen. Die Maschinen landeten kurz darauf in Al-Ula und Medina. Parallel dazu wurde eine weitere Maschine von Dschidda aus nach Pakistan verlegt. Die Verlegungen spiegeln die angespannte Sicherheitslage im saudi-arabischen Luftraum wider, nachdem Angriffe auf das Drehkreuz in Riad zu erheblichen Sachschäden und Todesopfern geführt hatten.
Koordinierte Evakuierungsflüge unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen
Die operative Abwicklung der Flottenverlegung am 13. Oktober 2026 erfolgte unter engen zeitlichen Vorgaben. Nach Flugverfolgungsdaten starteten die drei Maschinen der Baureihe Boeing 787-9 auf dem Flughafen King Khalid in einem Zeitfenster zwischen 15:16 Uhr und 15:39 Uhr Ortszeit. Die Flugzeuge mit den Kennzeichen HZ-RXAG und HZ-RXAA wurden zum Flughafen Al-Ula im Nordwesten des Königreichs überführt, während die Maschine mit dem Kennzeichen HZ-RXAC den Flughafen Prinz Mohammad bin Abdulaziz in Medina ansteuerte. Sämtliche Flüge wurden unter Sonderflugnummern der RX8000-Reihe absolviert. Unbestätigten Berichten zufolge wurden die Passagiermaschinen beim Verlassen des Luftraums um Riad von Kampfjets der königlichen saudi-arabischen Luftwaffe begleitet, um mögliche Anflüge von Unbemannten Luftfahrzeugen oder Flugkörpern im Nahbereich abzuschirmen.
Zeitgleich verlegte Riyadh Air eine vierte Maschine vom Typ Boeing 787-9 (HZ-RXAE) vom Flughafen Dschidda zum internationalen Allama Iqbal Flughafen im pakistanischen Lahore. Weitere vier Einheiten der insgesamt acht Flugzeuge umfassenden Dreamliner-Flotte der Airline befinden sich derzeit am Boden in Dschidda. Darunter befinden sich Maschinen, die bereits in den Tagen zuvor wegen der Schließung des Luftraums über Riad dorthin ausgewichen waren oder zu Trainingszwecken eingesetzt wurden.
Hintergrund der Angriffe und Schäden am Flughafen Riad
Die Verlegung der Flugzeuge ist die Konsequenz aus einer intensiven Beschusswelle, der der Flughafen King Khalid seit Anfang Oktober 2026 ausgesetzt ist. Am 7. Oktober 2026 wurde das Flughafengelände erstmals getroffen, wobei ein Todesopfer zu beklagen war. Bei weiteren Angriffen am 8. Oktober 2026 kamen drei saudi-arabische Staatsbürger ums Leben, darunter ein Flugkapitän der nationalen Fluggesellschaft Saudia. Zudem wurde ein am Boden geparkter Airbus A320 der Saudia durch Splitterwirkung schwer beschädigt.
Der folgenschwerste Zwischenfall ereignete sich am 10. Oktober 2026, als ein Geschoss direkt in ein Passagierterminal einschlug. Dieser Treffer forderte 13 Todesopfer und führte zu hunderten Verletzten. Trotz des Einsatzes saudi-arabischer Luftverteidigungssysteme, die mehrfach anfliegende Raketen abfangen konnten, kam es auch an den darauffolgenden Tagen zu weiteren Zwischenfällen und Bränden in den Abfertigungsbereichen. Die saudi-arabische Zivilluftfahrtbehörde sah sich daraufhin gezwungen, den Betrieb des Hauptstadtflughafens temporär einzustellen und per Notam-Anweisung die Schließung vorerst bis zum 17. Oktober 2026 zu verlängern.
Reaktionen der internationalen Zivilluftfahrt und Netzwerkausfälle
Die kriegerischen Auseinandersetzungen im saudi-arabischen Luftraum haben unmittelbare Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Internationale Fluggesellschaften passten ihre Flugpläne rasch an. Die US-amerikanische Delta Air Lines setzte ihre geplanten Direktverbindungen zwischen Atlanta und Riad bis mindestens März 2027 aus. Europäische Konzerne wie die Lufthansa Group und Air France-KLM strachen ihre Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt vorübergehend vollständig. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erließ eine Sicherheitswarnung, die US-Fluggesellschaften zu besonderer Vorsicht bei Überflügen des Königreichs rät.
Für Riyadh Air bedeutet die temporäre Schließung des Heimatdrehkreuzes eine vollständige Unterbrechung des operativen Aufbaus. Erst im Juni 2026 hatte die Fluggesellschaft ihren regulären Linienbetrieb mit einem Erstflug nach London-Heathrow aufgenommen. Durch die aktuelle Krise mussten mehr als 70 Prozent des Flugplans gestrichen werden. Nach Branchenangaben wurden im saudi-arabischen Flugverkehr innerhalb weniger Tage über 3.100 Verbindungen annulliert. Wann der reguläre Passagierflugbetrieb ab Riad wieder aufgenommen werden kann, hängt vom Verlauf der Sicherheitslage und der Instandsetzung der beschädigten Terminalinfrastruktur ab.