Rom: Zwei Airports, die unterschiedlicher kaum sein können

Flughafen Rom-Ciampino (Foto: Jan Gruber).
Flughafen Rom-Ciampino (Foto: Jan Gruber).

Rom: Zwei Airports, die unterschiedlicher kaum sein können

Flughafen Rom-Ciampino (Foto: Jan Gruber).
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Die italienische Hauptstadt Rom verfügt über zwei internationale Flughäfen, die unterschiedlicher kaum sein können. Gemeinsam ist den beiden Airports, dass sie von der Aeroporti di Roma, einer Tochter des Atlantia-Konzerns der Benetton-Familie, betrieben werden.

Der Rom-Fiumicino trägt den IATA-Code FCO und ist der größere der beiden Flughäfen und wurde am 20. Oktober 1960 offiziell eröffnet. Seither wurde dieser Airport zum Großflughafen ausgebaut. Derzeit gibt es mit den Terminals 1 und 3 zwei große Abfertigungsgebäude. Das Terminal 2, das vormals überwiegend von Lowcostern genutzt wurde, ist im Jahr 2018 abgerissen worden.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in Fiumicino deutlich spürbar. Das Terminal 1 wird momentan nur für Check-in und Sicherheitskontrolle genutzt. Anschließend geht es Airside über eine Verbindungsbrücke ins Terminal 3, wo dann das Einsteigen in die Flugzeuge stattfindet. Für Vielflieger ärgerlich: Im Schengen-Bereich sind – im Gegensatz zu Non-Schengen – alle Lounges weiterhin geschlossen. Auch sonst hält sich das gastronomische Angebot eher auf Sparflamme. Seit einigen Jahren verfügt FCO mit dem Gatebereich E auch über ein Satteliten-Terminal.

Nur wenige Airlines nutzen derzeit die Check-in-Schalter im Terminal 1. Das hat zur Folge, dass die überwiegende Mehrheit der Counter, die oftmals in den Farben von Alitalia gebrandet sind, verwaist ist. Teilweise haben diese auch eine kleine Staubschicht angesetzt. Es ist derzeit nicht absehbar wann diese wieder benötigt werden. Dennoch kann der FCO das Terminal 1 nicht gänzlich geschlossen lassen, denn die Kapazität im Terminal 3 ist hinsichtlich Check-in und Sicherheitskontrolle nicht ausreichend.

Genutzt wird Fiumicino von so ziemlich allen Airlines, die Rom in ihrem Streckennetz haben. In die Innenstadt der italienischen Hauptstadt gelangt man unter anderem mit kostenpflichtigen Shuttlebussen, die ab dem Busbahnhof neben dem Terminal 3 verkehren. Weiters besteht eine nicht ganz preiswerte Bahnanbindung.

Wer Kolosseum und Petersplatz uninteressant findet und lieber im Mittelmeer baden gehen will, für den ist der FCO ideal. Es verkehren regelmäßig Busse in die Ortschaft Fiumicino. Nach wenigen Minuten Fahrzeit gelangt man zu großen Sandstränden. Auch sind viele Strandcafés vorhanden. Alternativ können Mietautos oder Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters Share Now genutzt werden. Letztere dürften für eher kürzere Ausflüge interessant sein, da längere Mieten gegenüber den klassischen Anbietern eher teuer kommen.

Weniger Angebot, aber näher an der City: Giovan Battista Pastine Airport (Ciampino)

Der bereits im Jahr 1916 eröffnete Flughafen Rom-Ciampino (CIA) war bis zum Umzug der Alitalia nach Fiumicino der wichtigste Airport in der Region. Über Jahrzehnte hinweg handelte es sich um einen Militärflughafen mit ziviler Mitnutzung. Erst seit dem Jahr 2013 wird Ciampino von der Luftfahrtbehörde ENAC kontrolliert. Davon ausgenommen sind die noch immer genutzten militärischen Teile.

Vor der Eröffnung von Fiumicino war Ciampino einer der aufkommensstärksten Airports Europas. Das änderte sich dann schlagartig und über Jahrzehnte hinweg war das Passagierterminal nur noch sehr gering genutzt. Anfang der 2000er Jahre haben sich Ryanair, Easyjet und andere Billigfluggesellschaften angesiedelt. Nach und nach stiegen die Fluggastzahlen wieder kräftig. So hatte man im Jahr 2019 5.879.496, also deutlich mehr als in den „Hoch-Zeiten“ vor der Eröffnung des FCO.

Die Folge aus dem Wachstum ist, dass das in die Jahre gekommene Terminal modernisiert und erweitert werden musste. Es hat jedoch weiterhin ein bisschen das Flair eines in die Jahre gekommenen Flughafens. Dafür profitieren Passagiere von vergleichsweise sehr kurzen Wegen. Ciampino befindet sich deutlich näher an der Innenstadt von Rom als der größere Fiumicino Airport. Kostenpflichtige Shuttlebusse und eine Bahnanbindung stehen zur Verfügung. Letztere ist nicht ohne Umstieg, denn zunächst muss ein Zubringerbus zum Bahnhof Ciampino genutzt werden. Dieser ist aber im Fahrscheinpreis inkludiert.

Ryanair und Wizz Air sitzen auf CIA-Slots

Derzeit wird der CIA fast ausschließlich von Ryanair und Wizz Air genutzt. Easyjet hat alle Flüge nach Fiumicino umgezogen. Gelegentlich fliegen auch andere Fluggesellschaften ab Ciampino, jedoch dominieren die Heckflossen der beiden genannten Lowcoster. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Infrastruktur stark an die Vorstellungen der Billigflieger angepasst wurde.

Es ist ja nicht so, dass Ciampino außer Ryanair und Wizz Air niemand nutzen will, aber es gibt fast keine freien Slots. Die beiden genannten Anbieter sitzen auf fast allen Start- und Landerechten, denn diese sind mit maximal 65 Stück pro Tag stark beschränkt. Damit will man einerseits einen „Linate-Effekt“ verhindern und andererseits gibt es seit dem Anfang der 2000er-Jahre starken Widerstand seitens der Anwohner.

Von dieser Beschränkung ausgenommen sind militärische Flüge, General Aviation sowie Frachtverbindungen. In Ciampino unterhalten unter anderem DHL, FedEx und UPS Stützpunkte. Somit sind gelegentlich auch größere Cargo-Flugzeuge anzutreffen, wobei derzeit der Maschinentyp Boeing 757 dominiert.

Am Giovan Battista Pastine Airport gibt es zwar grundsätzlich eine Lounge, aber diese ist im General Aviation Terminal angesiedelt. Im Terminal, das von normalen Passagieren genutzt wird, steht momentan kein exklusiver Wartebereich zur Verfügung. Das dürfte auch mit der starken Ausrichtung auf Lowcost-Flugreisende zusammenhängen.

Für Day-Trips: CIA und FCO können kombiniert werden

Für Tagesausflüge in die italienische Hauptstadt können die Flughäfen Ciampino und Fiumicino problemlos „kombiniert“ werden. Beispielsweise am Vormittag nach CIA fliegen und am Abend ab FCO wieder nach Hause – oder umgekehrt. Man sollte lediglich bei der Buchung der Fahrkarten in die City darauf achten, dass man vom/zum richtigen Airport die Tickets kauft.

Tipp: Der Anbieter Sit Shuttlebus verkauft flexible Fahrscheine. Das bedeutet, dass man am gebuchten Tag jeden Bus der Gesellschaft auf der gebuchten Strecke nutzen kann und auf keine Uhrzeit „festgenagelt“ ist. Die Fahrkarten kann man online, an den Schaltern und bei den Busfahrern bzw. bei den Fahrgastbegleitern kaufen.

Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb Roms sind an Automaten und Ticketschaltern erhältlich. Seit einiger Zeit kann man auch „ticketlos“ fahren. Dazu legt man vor dem Betreten der Metro oder nach dem Einsteigen in Bus oder Tramways seine NFC-fähige Bankomat- oder Kreditkarte auf. Abgebucht wird dann ein Einzelfahrschein, wobei bei Umstiegen die 100-minütige Gültigkeit berücksichtigt wird und das Zahlungsmittel nicht erneut belastet wird. Im Falle einer Kontrolle weist man einfach die Bankomat- oder Kreditkarte vor und der Kontrolleur kann über sein Gerät dann feststellen, dass man ordnungsgemäß bezahlt hat.

Abschließend gilt es noch auf ein generelles Problem in der italienischen Hauptstadt hinzuweisen: Taschendiebe. Diese treiben nahezu überall ihr Unwesen und zwar unabhängig davon, ob am Bahnhof Termini oder bei Sehenswürdigkeiten. Die lokale Polizei warnt auf Plakaten und mit Hilfe von Lautsprecherdurchsagen. Daher sollte man seine Wertsachen und Taschen stets gut im Blick haben, denn die Langfinger lauern nahezu überall auf ihre Chance.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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