Die US-amerikanische Reederei Royal Caribbean Group hat die Optionen für ein sechstes und siebtes Kreuzfahrtschiff der Icon-Klasse in Festaufträge umgewandelt. Die Auslieferung der beiden Neubauten durch die finnische Werft Meyer Turku ist für die Jahre 2029 und 2030 geplant.
Diese Entscheidung basiert auf einem im September 2025 geschlossenen Rahmenvertrag, der dem Unternehmen Werftkapazitäten bis ins Jahr 2036 sichert. Während die Bestellung des sechsten Schiffes bereits finalisiert wurde, steht die siebte Einheit noch unter den üblichen Finanzierungsvorbehalten. Mit dieser Erweiterung setzt Royal Caribbean konsequent auf das Segment der Megaschiffe, um die weltweit steigende Nachfrage im Hochseekreuzfahrtmarkt zu bedienen.
Die Schiffe der Icon-Klasse repräsentieren mit einer Tonnage von rund 248.663 BRZ und einer Länge von über 364 Metern die derzeit größte Kreuzfahrtschiff-Klasse der Welt. Sie bieten Platz für bis zu 5.610 Passagiere bei Doppelbelegung und werden von modernen Dual-Fuel-Motoren des Herstellers Wärtsilä angetrieben. Innerhalb der Flottenstrategie markiert das Jahr 2026 einen Wendepunkt, wenn die „Legend of the Seas“ als drittes Schiff der Klasse erstmals im Mittelmeer stationiert wird. Zuvor wurden bereits die „Icon of the Seas“ (2024) und die „Star of the Seas“ (2025) in Dienst gestellt, gefolgt von der „Hero of the Seas“ im Jahr 2027. Die Namen für die Schiffe fünf bis sieben stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Der Ausbau der Icon-Klasse ist Teil eines branchenweiten Trends zur Vergrößerung der Schiffseinheiten. Marktanalysen zufolge wird sich die Anzahl der Megaschiffe mit mehr als 200.000 BRZ bis zum Jahr 2030 weltweit auf 23 Einheiten verdoppeln. Neben Royal Caribbean, die künftig allein 14 solcher Schiffe in der Oasis- und Icon-Klasse betreibt, investieren auch Wettbewerber wie MSC Cruises mit der World-Klasse und Norwegian Cruise Line in ähnliche Größenordnungen. Parallel dazu diversifiziert Royal Caribbean sein Portfolio durch die neue „Discovery-Klasse“, eine deutlich kleinere Schiffsserie, die ab 2029 bei Chantiers de l’Atlantique in Frankreich gefertigt wird, um auch Häfen mit begrenzter Infrastruktur anlaufen zu können.
Die Kooperation zwischen Royal Caribbean und Meyer Turku besteht seit über drei Jahrzehnten und hat bisher 25 Schiffe hervorgebracht. Die Bauprojekte der Icon-Klasse gelten als die größten Industrievorhaben Finnlands und sichern rund 13.000 Arbeitsplätze im Netzwerk der Werft und ihrer Zulieferer. Für den Standort Turku bedeutet die Festbeauftragung der Schiffe sechs und sieben eine langfristige Auslastung und wirtschaftliche Stabilität bis zum Ende des Jahrzehnts. Gleichzeitig signalisiert die Reederei durch die Erwähnung einer potenziellen Nachfolgegeneration in den Rahmenverträgen, dass die Entwicklung noch größerer oder technologisch fortschrittlicherer Schiffstypen bereits in der Konzeptionsphase ist.