Der US-amerikanische Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean Group hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielt, was einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni beförderte die Reederei rund 2,1 Millionen Passagiere, was ebenfalls ein Plus von sechs Prozent darstellt. Die Gesamtkapazität der Flotte erweiterte sich um fünf Prozent, während die rechnerische Auslastung der Schiffe bei 110 Prozent lag. Ungeachtet des Umsatzwachstums verzeichnete der Nettogewinn einen Rückgang von 1,05 Milliarden Euro auf 970 Millionen Euro.
Die Nettoerlöse je verfügbarer Passagierkreuzfahrtnacht stiegen um 1,9 Prozent beziehungsweise währungsbereinigt um 1,2 Prozent. Das Unternehmen führt das Betriebsergebnis auf eine anhaltende Nachfrage nach kurzfristigen Buchungen, stabile Ticketpreise sowie eine Zunahme der Konsumausgaben der Gäste an Bord zurück. Zur Steigerung der Bordumsätze setzt die Gruppe verstärkt auf digitale Buchungssysteme im Vorfeld der Reise und Kundenbindungsprogramme. Trotz temporärer Buchungsverzögerungen auf einzelnen Routen aufgrund geopolitischer Spannungen passte das Management die Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 um 14 Prozent nach oben an.
Das Unternehmenswachstum wird durch die Inbetriebnahme neuer Großschiffe gestützt. Im Juli schloss sich die Legend of the Seas als drittes Schiff der Icon-Klasse der bestehenden Flotte an. Die Indienststellung dieser Schiffstypenserie ermöglicht die Bereitstellung höherer Passagierkapazitäten bei optimierter Kostenstruktur. Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet die Konzernführung nun mit einem Umsatzplus von neun Prozent. Die Nettokosten ohne Treibstoffaufwendungen sollen währungsbereinigt weitgehend stabil bleiben, was die Marge im laufenden Betrieb sichern soll.
Branchenanalysten verweisen allerdings auf Risikofaktoren im operativen Geschäft. Dazu zählen die Sensibilität der Routenplanung gegenüber geopolitischen Konflikten sowie mögliche Schwankungen bei den Treibstoffpreisen. Während die Frühbuchertrends für das Jahr 2027 nach Konzernangaben über den historischen Vergleichswerten liegen, bleibt der Markt für Kreuzfahrten stark von der allgemeinen Konsumneigung der Verbraucher in den Hauptmärkten Nordamerika und Europa abhängig.