Der Flughafen Amsterdam-Schiphol hat das Geschäftsjahr 2025 mit einer positiven Bilanz abgeschlossen. Mit insgesamt 68,8 Millionen abgefertigten Passagieren verzeichnete das wichtigste niederländische Luftfahrt-Drehkreuz ein Wachstum von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die gesamte Royal Schiphol Group, zu der auch die Regionalflughäfen Eindhoven und Rotterdam Den Haag gehören, konnte ein Passagieraufkommen von insgesamt 78,1 Millionen Fluggästen vermelden. Trotz einer Erhöhung der Flugbewegungen um lediglich ein Prozent stieg der operative Gewinn der Gruppe massiv auf 550 Millionen Euro an, was nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahresergebnis von 291 Millionen Euro entspricht.
Der wirtschaftliche Erfolg wird maßgeblich auf eine Anpassung der Gebührenstruktur sowie auf gestiegene Erlöse aus dem Passagierverkehr zurückgeführt. Der Umsatz kletterte um 23 Prozent auf über 2,76 Milliarden Euro. Finanzvorstand Robert Carsouw betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer soliden Kapitalbasis, da der Flughafenbetreiber ein beispielloses Investitionsprogramm verfolgt. Allein im vergangenen Jahr flossen über eine Milliarde Euro in Instandhaltungsmaßnahmen und Qualitätsverbesserungen. Bis zum Jahr 2035 plant die Gruppe Gesamtinvestitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro, um die Infrastruktur zu modernisieren und die operative Effizienz weiter zu steigern.
Ein zentraler Aspekt der neuen Betriebsstrategie ist die Steuerung der Lärmbelastung durch finanzielle Anreize. Durch die Einführung differenzierter Start- und Landeentgelte wurde der Einsatz modernerer und leiserer Flugzeugtypen forciert. Im Zeitraum von April bis Dezember 2025 fielen bereits rund ein Drittel aller Flugbewegungen in die leisesten Kategorien, was eine deutliche Verschiebung der Flottenstruktur am Standort Amsterdam signalisiert. Gleichzeitig konnte die Abfertigungsqualität verbessert werden: Die Passagierzufriedenheit erreichte den höchsten Wert seit einem Jahrzehnt, wobei insbesondere die Beschleunigung der Sicherheitskontrollen hervorgehoben wurde. An Spitzentagen absolvierten 95 Prozent der Reisenden die Kontrollen in unter zehn Minuten.
Trotz der hohen Investitionstätigkeit, die im abgelaufenen Jahr zu einem leicht negativen Cashflow führte, zeigt sich das Unternehmen für die Zukunft stabil. Die geplanten Dividende-Ausschüttungen an die Anteilseigner belaufen sich auf 162 Millionen Euro. Die Herausforderung für das Management besteht in den kommenden Jahren darin, die umfangreichen Bau- und Modernisierungsmaßnahmen bei laufendem Betrieb umzusetzen und dabei die finanzielle Belastung für Fluggesellschaften und Endkunden in einem wettbewerbsfähigen Rahmen zu halten. Die aktuellen Kennzahlen unterstreichen die Erholung des Luftverkehrsstandorts nach den Kapazitätsengpässen der vergangenen Jahre.