Airbus A380 (Foto: Pixabay).
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Rückkehr des letzten reaktivierten Airbus A380 in die Flotte von Etihad Airways

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Die Fluggesellschaft Etihad Airways hat den Prozess der Reaktivierung ihrer Flotte des Typs Airbus A380 abgeschlossen.

Der letzte verbliebene Vierstrahler mit dem Kennzeichen A6-APB traf nach einer Abstellzeit von sechseinhalb Jahren aus dem französischen Maintenance-Zentrum in Tarbes am Drehkreuz in Abu Dhabi ein. Die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten reagiert mit diesem Schritt auf die anhaltend hohe Nachfrage auf wichtigen Langstreckenverbindungen und gleicht Kapazitätsengpässe bei der Auslieferung neuer Großraumflugzeuge aus. Von den ursprünglich zehn beschafften Maschinen dieses Typs befinden sich nun wieder neun Exemplare am Heimatflughafen, während ein Flugzeug im Jahr 2025 verwertet wurde. Die Rückkehr des Doppeldeckers verdeutlicht den veränderten Bedarf im internationalen Zivilflugverkehr, nachdem der Flugzeugtyp während der Pandemie von zahlreichen Betreibern vorübergehend stillgelegt worden war.

Hintergründe der Stilllegung und Verlagerung nach Frankreich

Im Frühjahr 2020 führte der weltweite Einbruch des Passagierverkehrs infolge der Covid-19-Pandemie dazu, dass zahlreiche Fluggesellschaften ihre Großraumflugzeuge aus dem regulären Liniendienst nahmen. Etihad Airways entschied sich damals für eine Einlagerung der gesamten A380-Flotte. Ein Teil der Maschinen verblieb zunächst am Flughafen Abu Dhabi, während mehrere Flugzeuge zum Tarbes-Lourdes-Pyrénées Airport im Südwesten Frankreichs geflogen wurden. Der französische Standort ist auf die Langzeitkonservierung, Wartung und Verwertung von Zivilflugzeugen spezialisiert.

Über Jahre hinweg galt eine Wiederaufnahme des Flugbetriebs mit dem vierstrahligen Modell bei der Fluggesellschaft als unwahrscheinlich. Das Management von Etihad Airways hatte öffentlich mehrfach angedeutet, dass der Weiterbetrieb wirtschaftlich schwer darstellbar sei und der Fokus künftig auf zweistrahligen Mustern wie der Boeing 787 und dem Airbus A350 liegen sollte. Die veränderten Rahmenbedingungen im globalen Luftverkehr führten jedoch ab dem Jahr 2023 zu einer schrittweisen Neubewertung des Flugzeugtyps.

Operative Notwendigkeiten und Reaktivierungsprozess

Der Beschluss zur Rückholung der A380-Maschinen steht im Kontext von Verzögerungen bei den Flugzeugherstellern. Sowohl Boeing als auch Airbus kämpfen seit mehreren Jahren mit Störungen in den Lieferketten, was zu verspäteten Auslieferungen neuer Langstreckenflugzeuge führt. Gleichzeitig stieg das Passagieraufkommen auf stark frequentierten Rennstrecken wie der Verbindung zwischen Abu Dhabi und London-Heathrow schneller an als prognostiziert. Um die geforderten Sitzplatzkapazitäten bereitstellen zu können, leitete das Unternehmen die Reaktivierung des Modells ein.

Die Instandsetzung eines über mehrere Jahre konservierten Großraumflugzeugs erfordert umfangreiche technische Prüfungen. Bei der Maschine A6-APB, die am 17. September 2026 unter der Flugnummer EY9128 von Tarbes nach Abu Dhabi überführt wurde, mussten sämtliche Baugruppen, die Triebwerke sowie die Hydraulik- und Elektroniksysteme einer gründlichen Inspektion unterzogen werden. Nach der Landung in Abu Dhabi stehen nun finale Arbeiten an der Kabinenausstattung sowie behördliche Abnahmen an, bevor das Flugzeug wieder in den regulären Passagierdienst integriert werden kann.

Flottenstruktur und Verwertung der ersten Serienmaschine

Mit dem Eintreffen der A6-APB umfasst die in Abu Dhabi stationierte A380-Flotte von Etihad Airways neun Einheiten. Die Maschinen kommen vorrangig auf Strecken mit hohem Passagieraufkommen zum Einsatz, darunter Flüge nach London, New York, Paris und Singapur. Die Bestuhlung der Doppeldecker beinhaltet neben der regulären Economy- und Business-Klasse auch das Premium-Produkt The Residence, ein dreiräumiges Abteil im vorderen Oberdeck.

Nicht alle zehn Flugzeuge der ursprünglichen Flotte kehrten jedoch in den aktiven Dienst zurück. Für das erste von Etihad übernommen Großraumflugzeug dieses Typs mit dem Kennzeichen A6-APA gab es keine Wiederverwendung im Flugbetrieb. Das Flugzeug wurde im Laufe des Jahres 2025 am Standort Tarbes demontiert. Dabei wurden wiederverwendbare Ersatzteile demontiert und dem Materialkreislauf zur Instandhaltung der verbleibenden neun Flottenmitglieder zugeführt.

Wirtschaftliche Betrachtung vierstrahliger Großraumflugzeuge

Die Rückkehr des Airbus A380 bei Etihad Airways steht exemplarisch für eine Entwicklung bei mehreren internationalen Liniengesellschaften. Auch andere Unternehmen wie Lufthansa, Qatar Airways oder Singapore Airlines haben Teile ihrer A380-Flotten reaktiviert, um Engpässe auf Hauptstrecken zu überbrücken. Hauptgrund dafür ist das hohe Sitzplatzangebot pro Flugbewegung an slotbeschränkten Großflughäfen.

Gleichzeitig bleibt der Betrieb vierstrahliger Flugzeuge betriebswirtschaftlich anspruchsvoll. Die Wartungs- und Treibstoffkosten pro Sitzkilometer liegen im Vergleich zu modernen zweistrahligen Mustern höher. Der profitablen Durchführung von A380-Flügen liegt daher die Voraussetzung zugrunde, dass die Maschinen über das gesamte Jahr hinweg eine sehr hohe Sitzplatzauslastung erreichen. Ob Etihad Airways die Maschinen bis zum Ende ihrer technischen Nutzungsdauer im Dienst halten wird, hängt von der künftigen Entwicklung der Treibstoffpreise sowie den Lieferterminen für bestellte zweistrahlige Großraumflugzeuge ab.

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