Ein Airbus A320neo der Fluggesellschaft Brussels Airlines musste am 18. Mai 2026 kurz nach dem Start vom Flughafen Brüssel-Zaventem umkehren. Die Maschine mit der Registrierung OO-SBB befand sich auf dem Flug SN2825 nach Budapest, als sie während der Steigphase von einem Blitz getroffen wurde.
Obwohl moderne Verkehrsflugzeuge konstruktionstechnisch so konzipiert sind, dass Blitzeinschläge in der Regel keine unmittelbare Gefahr für die Struktur oder die Systeme darstellen, entschied sich die Besatzung aus Sicherheitsgründen für eine vorsorgliche Rückkehr zum Ausgangsflughafen. Ziel war eine umfassende visuelle Inspektion durch das technische Bodenpersonal, um mögliche oberflächliche Schäden oder Beeinträchtigungen der Avionik auszuschließen.
Die Landung in Brüssel erfolgte ohne weitere Zwischenfälle. An Bord befanden sich 176 Passagiere sowie sechs Besatzungsmitglieder, die das Flugzeug nach der Ankunft am Gate verlassen mussten. Für die Fortsetzung der Reise nach Ungarn stellte die Fluggesellschaft ein Ersatzflugzeug vom Typ Airbus A320 (Registrierung OO-TCH) zur Verfügung. Mit einer Verspätung von etwa zweieinhalb Stunden erreichte die Gruppe schließlich ihr Ziel in Budapest. Solche Sicherheitslandungen nach meteorologischen Ereignissen sind im internationalen Luftverkehr Standardprotokoll, um die Integrität der Flugzeughülle, die häufig an Ein- und Austrittspunkten des Blitzes kleine Brandspuren aufweisen kann, zu verifizieren.
Techniker von Brussels Airlines führten am betroffenen Flugzeug OO-SBB die vorgeschriebenen Kontrollen durch, bei denen insbesondere die elektrischen Systeme und die statischen Entlader an den Tragflächen und dem Leitwerk überprüft wurden. Die Untersuchung ergab keine sicherheitsrelevanten Mängel, sodass die Maschine bereits am Folgetag, dem 19. Mai 2026, wieder in den aktiven Flugdienst zurückkehren konnte. Ihr erster Einsatz nach der Freigabe führte das Flugzeug von Nizza zurück nach Brüssel. Statistisch gesehen wird jedes Verkehrsflugzeug etwa einmal pro Jahr von einem Blitz getroffen, wobei die Aluminiumhülle oder bei modernen Verbundwerkstoffen integrierte Kupfergitter wie ein Faradayscher Käfig wirken und die elektrische Ladung außen ableiten.
Zusätzliche Daten aus der Luftverkehrsüberwachung belegen, dass der Vorfall zu keinen nennenswerten Beeinträchtigungen des restlichen Flugplans am Drehkreuz Brüssel führte. Die schnelle Bereitstellung einer Ersatzmaschine verdeutlicht die operative Flexibilität der Airline an ihrer Heimatbasis. Experten betonen in diesem Zusammenhang die Zuverlässigkeit der A320neo-Reihe, die trotz hochsensibler Elektronik für extreme Wetterbedingungen zertifiziert ist. Der Vorfall unterstreicht die Priorisierung technischer Überprüfungen im kommerziellen Flugbetrieb, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit gravierender Schäden durch atmosphärische Entladungen als gering eingestuft wird.