Parkplatz für Elektroautos (Foto: Unsplash/Michael Fousert).
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Rückläufige Nachfrage nach Elektro-Mietwagen im Urlaubssegment trotz wachsender Marktpräsenz

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Die Akzeptanz von batterieelektrischen Mietfahrzeugen im Urlaubssektor entwickelt sich entgegen dem allgemeinen Trend der privaten Fahrzeugflotten rückläufig. Einer aktuellen Untersuchung im Auftrag des Vermittlers Sunny Cars zufolge zeigt sich bei Urlaubsreisenden eine zunehmende Skepsis gegenüber der Anmietung von Elektrofahrzeugen am Zielort.

Lediglich 44 Prozent der Befragten geben an, sich grundsätzlich vorstellen zu können, im Urlaub einen Stromer zu nutzen. Im Jahr 2021 lag dieser Wert noch bei 50 Prozent. In der tatsächlichen Buchungspraxis schlägt sich selbst diese grundsätzliche Bereitschaft kaum nieder. Die Gründe für die Zurückhaltung liegen vor allem in unzureichenden Lademöglichkeiten in den Zielregionen, organisatorischen Hürden bei der Rückgabe der Fahrzeuge sowie im erhöhten Planungsaufwand während der Urlaubstage.

Entwicklung der Konsumenteneinstellung im Jahresvergleich

Die Erhebung basiert auf Daten der Reiseanalyse 2026, die vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa in Kooperation mit Sunny Cars ausgewertet wurden. Dabei zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der theoretischen Aufgeschlossenheit und dem tatsächlichen Konsumverhalten. Während der Anteil der Bürger, die Elektrofahrzeuge im Alltag nutzen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist, sinkt das Interesse an Mietfahrzeugen mit dieser Antriebsart im Urlaub.

Aus Sicht des Managements von Sunny Cars zeigt sich das Problem nicht auf der Angebotsseite. Die Mietwagenflotten an den europäischen Hauptreisezielen verfügen inzwischen über ein breites Spektrum an Elektrofahrzeugen in verschiedenen Fahrzeugklassen. Das Buchungsverhalten der Kunden konzentriert sich jedoch weiterhin primär auf Verbrennungsmotoren. Selbst Preisnachlässe oder bevorzugte Konditionen bei der Fahrzeugübergabe führten bislang zu keiner signifikanten Veränderung der Nachfrage.

Infrastrukturmängel in europäischen Ferienregionen

Hauptursache für die Zurückhaltung der Reisenden ist die Sorge vor einer unzureichenden oder komplizierten Ladeinfrastruktur vor Ort. In der Befragung gaben 79 Prozent der Teilnehmer an, dass eine verlässliche Übersicht aller Ladestationen entlang der geplanten Fahrtroute eine Grundvoraussetzung für die Anmietung eines Elektroautos sei. Die Realität in vielen südeuropäischen Reisezielen entspricht diesem Informationsbedürfnis derzeit nur bedingt.

Die geografische Verteilung funktionierender Ladestationen weist erhebliche regionale Unterschiede auf. Auf beliebten Urlaubsinseln wie Mallorca oder Ibiza existiert zwar ein grundlegendes Netz an Ladepunkten, dieses stößt jedoch in den Sommerfahrzeiten regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen. In Festlandspanien und Portugal wird das Netz abseits der Ballungsräume als lückenhaft bewertet. In Urlaubsfeldern wie Griechenland oder Süditalien ist die öffentliche Ladeinfrastruktur außerhalb der Hauptstädte noch schwach ausgebaut. Da 90 Prozent aller Anmietungen im Rahmen der Haupturlaubsreise des Jahres erfolgen und meist für Erholungs- sowie Rundreisen genutzt werden, scheuen viele Kunden das Risiko von Wartezeiten oder Defekten an den Ladestationen.

Organisatorische Anforderungen bei Übergabe und Rückgabe

Zusätzlich zu den Gegebenheiten auf den Straßen belasten operative Vorgaben der Autovermieter das Nutzererlebnis. Rund 33 Prozent der Befragten fordern einen rund um die Uhr erreichbaren Notfallkontakt für technische Fragen zum Ladevorgang. Weitere 23 Prozent wünschen sich bei der Fahrzeugübernahme eine ausführliche Einweisung in die Besonderheiten des jeweiligen Elektromodells, da die Bedienung von Ladekabeln, Ladekarten und Bezahl-Apps nicht jedem Kunden vertraut ist. Nur 17 Prozent der Studienteilnehmer sehen keine besonderen Hürden bei der Handhabung eines Elektro-Mietwagens.

Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Modalitäten bei der Fahrzeugrückgabe. Ähnlich wie bei herkömmlichen Treibstoffen verlangen die Vermietgesellschaften in der Regel, dass der Akkumulator bei der Rückgabe denselben Ladestand aufweist wie bei der Auslieferung. Wenn der Wagen mit einem nahezu vollen Energiespeicher übernommen wurde, muss der Kunde vor der Rückgabe am Flughafen oder Bahnhof eine Schnellladestation anfahren. Befindet sich diese nicht in unmittelbarer Nähe des Terminalbereichs oder ist sie besetzt, drohen Zeitverzögerungen vor dem Abflug sowie hohe Nachladegebühren der Vermieter, falls das Auto mit zu geringem Ladestand abgestellt wird.

Wirtschaftliche Perspektiven für Flottenbetreiber

Für die Flottenbetreiber und Mietwagenvermittler ergibt sich aus dieser Entwicklung ein betriebswirtschaftlicher Zielkonflikt. Viele Autovermieter haben in den vergangenen Jahren substantielle Mittel in die Anschaffung von Elektrofahrzeugen investiert. Durch die geringe Auslastung dieser spezifischen Teilflotten steigen die Standzeiten der Fahrzeuge, was die Kapitaleffizienz verschlechtert.

Eine rasche Erholung der Nachfrage nach Elektro-Mietwagen wird in der Branche vorerst nicht erwartet. Solange die Ladeinfrastruktur in den Hauptreisegebieten Süd- und Osteuropas nicht flächendeckend ausgebaut ist und vereinfachte Bezahlstandards etabliert sind, verbleiben Urlauber bevorzugt bei konventionellen Antriebsformen. Fluggesellschaften und Reiseveranstalter verfolgen die Entwicklung genau, da die Gestaltung der gesamten Reisekette Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Kunden hat.

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