Mit dem Ende der Sommerferien in den deutschen Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland stellt sich der österreichische Autobahnbetreiber Asfinag auf ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den Haupttransitachsen ein.
Neben dem Rückreiseverkehr in Richtung Deutschland hält auch die Reisewelle in Richtung Süden unvermindert an. Dies führt zu einer Überlagerung beider Verkehrsströme. Besondere Stauschwerpunkte bilden die Nord-Süd-Verbindungen wie die A 9 Pyhrn, A 10 Tauern, A 12 Inntal und A 13 Brenner Autobahn, wobei auch an Grenzübergängen wie dem Karawankentunnel an der A 11 und bei Spielfeld mit zeitweisen Verzögerungen zu rechnen ist.
Ein zentraler Brennpunkt liegt im Land Salzburg auf der A 10 Tauern Autobahn im Bereich der Tunnelbaustellen zwischen Werfen und Golling. Um Überlastungen im Tunnel Helbersberg zu vermeiden, behält sich der Betreiber den Einsatz von Blockabfertigungen vor. Ergänzend greifen auf dem Abschnitt zwischen Salzburg und der Mautstelle St. Michael temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 100 Kilometer pro Stunde sowie Überholverbote für Lkw über 7,5 Tonnen und Fahrzeuge mit schweren Anhängern. Zur Dämpfung des Ausweichverkehrs durch nachgelagerte Ortschaften bleiben zudem zahlreiche Autobahnanschlussstellen bis Mitte September für den reinen Transitverkehr gesperrt.
Aufgrund von Bauarbeiten und verengten Fahrstreifen bestehen weitere Verzögerungsrisiken an Nadelöhren wie der Luegbrücke auf der A 13 sowie im Bereich der Packabschnitte auf der A 2 Süd Autobahn. Der Pfandertunnel auf der A 14 im Rheintal sowie Abschnitte der S 16 Arlberg Schnellstraße gelten bei hohen Frequenzspitzen ebenfalls als stauanfällig. Um die Verkehrslage transparent zu gestalten, setzt die Asfinag auf digitale Informationssysteme, die Verkehrsdaten in Echtzeit verarbeiten und Verkehrsbeschränkungen an den Zulaufstrecken anzeigen.
Verkehrsexperten und Automobilclubs weisen darauf hin, dass Ausweichsperren und temporäre Rampensperrungen das Entstehen von Rückstaus auf den Autobahnhauptfahrbahnen verschärfen können, da der Abfluss auf das untergeordnete Straßennetz unterbunden wird. Trotz der ergreifenden Leitsysteme hängen die tatsächlichen Fahrzeiten stark vom Unfallgeschehen und von Witterungseinflüssen ab, weshalb Ausweichrouten über den Schienenverkehr oder zeitlich gestaffelte Reisezeiten als Entlastungsoptionen genannt werden.