Comac ARJ21 (Foto: Comac).
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Rückschlag für Chinas Regionaljet: VietJet Air stoppt Betrieb der COMAC ARJ21

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Die chinesischen Ambitionen, den im Inland gebauten Regionaljet COMAC ARJ21 (auch als C909 vermarktet) auf dem Weltmarkt zu etablieren, haben einen Dämpfer erlitten. Die vietnamesische Billigfluggesellschaft VietJet Air, der bislang einzige größere nicht-chinesische Betreiber des Musters, hat den Flugbetrieb mit dem Jet nach nur sechs Monaten beendet. Das Ende des Versuchs gilt als Rückschlag für den chinesischen Flugzeughersteller COMAC im Bestreben, seine Produkte international zu positionieren.

Die Vereinbarung umfasste ein sogenanntes Wet-Lease mit Chengdu Airlines, wobei VietJet zwei ARJ21-Flugzeuge inklusive chinesischer Flugbesatzungen einsetzte. Der Vertrag lief am 18. Oktober 2025 aus und wurde nicht verlängert. VietJet nutzte die Jets für kurze Inlandsstrecken wie Hanoi-Con Dao. Dieses Pilotprojekt in Südostasien wurde in der internationalen Luftfahrtindustrie aufmerksam verfolgt, da es als wichtiger Testfall für die Exportfähigkeit des chinesischen Regionalflugzeugprogramms galt. Die ARJ21, deren Entwicklung auf das Jahr 2002 zurückgeht und die 2016 in den kommerziellen Dienst gestellt wurde, wird in China hauptsächlich von staatlichen Fluggesellschaften wie Air China, China Eastern und China Southern Airlines betrieben, die Großbestellungen für den Jet aufgegeben haben.

Als Gründe für die vorzeitige Beendigung des Leasingvertrags nannte VietJet hohe Betriebskosten, die Abhängigkeit von ausländischen Besatzungen und den eingeschränkten Wartungs-Support. Quellen zufolge gab es keine Berichte über Sicherheits- oder Leistungsprobleme mit den Flugzeugen selbst, was darauf hindeutet, dass die Entscheidung hauptsächlich auf logistischen und wirtschaftlichen Faktoren beruhte. Die Beendigung des Einsatzes des in China entwickelten Jets, der stark auf westliche Komponenten wie GE CF34-10A-Triebwerke setzt, unterstreicht die Herausforderungen, mit denen COMAC bei der Etablierung einer globalen Support-Infrastruktur konfrontiert ist.

Während COMAC in China mit dem ARJ21 und dem größeren C919 verstärkt auf den nationalen Markt drängt, bleibt die Erschließung internationaler Kunden schwierig. Die einzige andere Fluggesellschaft außerhalb Chinas, die den ARJ21 betreibt, ist die indonesische TransNusa, die jedoch nur eine kleine Anzahl von Maschinen fliegt. Der Abbruch des VietJet-Betriebs zeigt, dass die Exportbemühungen der chinesischen Luftfahrtindustrie noch mit erheblichen Hürden, insbesondere im Bereich der operativen Kosten und der technischen Unterstützung, konfrontiert sind.

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