Die staatliche Fluggesellschaft Qatar Airways hat ihre Linienverbindung zwischen dem Drehkreuz Doha und der bulgarischen Hauptstadt Sofia nach mehr als 15 Jahren Flugbetrieb dauerhaft eingestellt. Damit verliert der Flughafen Sofia seine einzige direkte Flugverbindung mit der Fluggesellschaft aus dem Persischen Golf.
Die Route war ursprünglich im Zuge der geopolitischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der temporären Sperrungen regionaler Lufträume vorübergehend ausgesetzt worden. Nach einer kurzzeitigen Reaktivierung im Online-Buchungssystem nahm das Unternehmen die Verbindung schlussendlich komplett aus dem Flugplan. Ergänzend dazu hat die Fluggesellschaft auch ihre Niederlassung in Sofia geschlossen.
Der Rückzug der Golfairline verändert die Anbindungen des südosteuropäischen Landes an den internationalen Flugverkehr. Nach der Einstellung dieser Verbindung übernimmt Turkish Airlines über ihr Drehkreuz in Istanbul die führende Rolle bei Umsteigeverbindungen für Passagiere aus Bulgarien in Richtung Asien, Afrika und Australien. Als weitere Alternative im Nahost-Transitverkehr verbleibt die Fluggesellschaft Flydubai, die weiterhin regelmäßige Verbindungen von Sofia nach Dubai im Flugplan führt und über Codeshare-Abkommen Anschlüsse an das Netz von Emirates bietet.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass der Schritt von Qatar Airways nicht allein auf operative Risiken im Luftraum des Nahen Ostens zurückzuführen ist, sondern auch mit der Neuausrichtung der eigenen Flotten- und Kapazitätenplanung zusammenhängt. Fluggesellschaften im Nahen Osten überprüfen ihre Streckennetze derzeit verstärkt auf Rentabilität und Passagiereinzugsgebiete. Die Auslastung auf der Verbindung nach Sofia hing stark vom Transitverkehr ab, da das Direktaufkommen zwischen Bulgarien und Katar vergleichsweise gering war. In Zeiten von Flottenengpässen und Verzögerungen bei Flugzeugauslieferungen bündeln Fluggesellschaften ihre Kapazitäten bevorzugt auf verkehrsstärkeren Strecken.
Für den Flughafen Sofia bedeutet das Ende der Verbindung einen Verlust bei den Langstrecken-Anbindungen. Zwar verzeichnet der bulgarische Hauptstadtsitz durch den Ausbau von Billigfluggesellschaften ein Wachstum im europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr, das Fehlen direkter Anbindungen an die großen Umsteigedrehkreuze im Mittleren Osten erschwert jedoch die internationale Erreichbarkeit für Geschäfts- und Fernreisende.