Der irische Billigflieger Ryanair hat am Dienstag die Forderung der Tourismuslandesräte der österreichischen Bundesländer nach Abschaffung der nationalen Luftverkehrssteuer begrüßt. Die Fluggesellschaft sieht die Abgabe in Höhe von 12 Euro pro Passagier als schädlich für den österreichischen Tourismusstandort an. Sie argumentiert, dass die Steuer das Reisen nach Österreich verteuere und Verkehr, Touristen sowie Arbeitsplätze in Nachbarländer wie die Slowakei, Italien und Ungarn verlagere, wo entsprechende Steuern teils abgeschafft und Gebühren gesenkt wurden, um Wirtschaft und Beschäftigung anzukurbeln.
Die gemeinsamen Forderungen der Landesräte erkennen laut Ryanair eine Krise in der österreichischen Luftfahrt- und Tourismusbranche an. Die Airline führt aus, dass die Steuer zwar weniger als 160 Millionen Euro pro Jahr einbringe, jedoch die Wettbewerbsfähigkeit des Landes massiv beeinträchtige und Österreich Milliarden Euro an entgangenen Tourismuseinnahmen und verlorenen Arbeitsplätzen koste. Die Abschaffung dieser „gescheiterten Steuer“ würde demnach Tourismus, Arbeitsplatzschaffung und regionales Wachstum fördern und Österreich für Fluggesellschaften und Investoren attraktiver machen.
Als Anreiz zur Abschaffung der Steuer stellt Ryanair einen umfassenden Wachstumsplan für Österreich in Aussicht. Dieser Plan sieht vor, das Passagieraufkommen um 70 Prozent auf 12 Millionen Fluggäste zu steigern. Dazu sollen zehn neue Boeing 737-Flugzeuge im Wert von einer Milliarde US-Dollar in Wien stationiert werden. Zudem plant die Fluggesellschaft, das Passagieraufkommen an den regionalen Flughäfen Österreichs um 150 Prozent auf jährlich eine Million Fluggäste zu erhöhen, 40 neue Strecken einzuführen und Tausende neue Arbeitsplätze im Tourismussektor zu schaffen. Die Realisierung dieses Plans ist an die Bedingung geknüpft, dass neben der Luftverkehrssteuer auch die hohen Flughafen- und Flugsicherungsgebühren in Wien gesenkt werden.
Ryanair-Vertreter Andreas Gruber richtete in diesem Zusammenhang einen direkten Appell an die Bundesregierung unter Kanzler Stocker, die Forderung der Landesräte ernst zu nehmen und umgehend zu handeln. Er betonte, dass die Bundesländer erkannt hätten, dass eine Abschaffung der Steuer mehr Steuereinnahmen durch Wirtschaftswachstum als durch die derzeitigen Rückgänge generieren würde. Die Forderung ziele darauf ab, die Abgabe bis zum 31. Dezember abzuschaffen und gleichzeitig den Flughafen Wien sowie die Austro Control zu ermutigen, ihre Gebühren zu reduzieren, um Österreich wieder zu einem wettbewerbsfähigen Standort zu machen.