Die rumänische Fluggesellschaft Dan Air hat am 22. Oktober 2026 beim zuständigen Gericht im Kreis Ilfov einen Antrag auf Eröffnung eines gerichtlichen Sanierungs- und Gläubigerschutzverfahrens eingereicht.
Wie die Unternehmensführung mitteilte, soll der Schritt drohende Kontosperrungen, Zwangsvollstreckungen und die einseitige Einstellung betriebsnotwendiger Dienstleistungen durch einzelne Gläubiger verhindern. Die Verbindlichkeiten der Fluggesellschaft beliefen sich laut den zuletzt veröffentlichten Jahresabschlüssen für 2025 auf rund 126,3 Millionen Lei (entspricht etwa 25,3 Millionen Euro), was einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet.
Nach Unternehmensangaben wird der Flugbetrieb derzeit ohne Unterbrechung fortgeführt, und alle gebuchten Flugscheine behalten ihre Gültigkeit. Der Carrier verweist darauf, von der Leasinggesellschaft Aviator Capital sowie von der Mehrheit der operativen Dienstleister weiterhin unterstützt zu werden und keine Verbindlichkeiten bei Bankinstituten zu halten. Über die formelle Stattgabe des Restrukturierungsantrags muss das Tribunal in Ilfov in den kommenden Tagen entscheiden.
Der Schritt von Dan Air erfolgt vor dem Hintergrund wachsender finanzieller Spannungen im rumänischen Luftverkehrssektor. Erst kurz zuvor hatte die heimische Fluggesellschaft AnimaWings ebenfalls Gläubigerschutz beantragt, woraufhin der Antrag vom zuständigen Gericht in Bukarest in erster Instanz abgelehnt wurde. Die Entwicklung verdeutlicht die Konsolidierungsdrücke, denen kleinere europäische Nischen- und Charteranbieter im Wettbewerb mit etablierten Billigfluggesellschaften ausgesetzt sind.