FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker hat die scharfe Kritik von Ryanair-Chef Michael O’Leary an der österreichischen Bundesregierung, bestehend aus ÖVP, SPÖ und NEOS, als „Offenbarungseid“ bezeichnet. O’Leary hatte Kanzler Christian Stocker (ÖVP) und Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) in einem Interview schwere Vorwürfe gemacht. Die irische Airline wirft der Regierung vor, ein umfassendes Investitionsangebot von einer Milliarde Euro zur massiven Stärkung des Standorts Wien durch pure Untätigkeit zu ignorieren.
Laut O’Leary, der Kanzler Stocker als „faul“ und Minister Hanke als „Lügner“ bezeichnete, hatte Ryanair der Regierung einen konkreten Wachstumsplan präsentiert. Dieser sah vor, bis zum Jahr 2030 das Passagieraufkommen am Flughafen Wien um 70 Prozent auf zwölf Millionen Reisende pro Jahr zu steigern und dafür zehn neue Boeing 737 am Standort zu stationieren. Trotz eines Treffens mit dem Bundeskanzler und dessen Zusage, bis Ende September 2025 eine Rückmeldung zu geben, sei keine Antwort erfolgt.
Der Hauptgrund für die harsche Kritik und die nun von Ryanair angekündigten Kürzungen des Angebots in Wien sind die aus Sicht der Airline überhöhte Luftverkehrssteuer von zwölf Euro sowie hohe Flughafengebühren, die im internationalen Vergleich die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts schmälern. Ryanair hatte bereits Flugzeuge aus Wien abgezogen und weitere Streichungen für den Sommer 2026 angekündigt. Diese Kapazitäten sollen in Länder wie die Slowakei, Italien oder Ungarn verlagert werden, wo die Regierungen Flugabgaben abgeschafft oder gesenkt haben, um den Luftverkehr zu fördern.
FPÖ-General Hafenecker wertete die Untätigkeit der Regierung als „wirtschaftsfeindliche Sabotage-Politik“ und als Gefahr für den Wirtschaftsstandort. Er betonte, das verpasste Milliarden-Investitionspaket hätte tausende Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus ankurbeln können. Die Freiheitlichen fordern die sofortige und ersatzlose Streichung der Flugabgabe, um Investoren nicht als „Bittsteller“ zu behandeln und die Interessen Österreichs in der Wirtschaftspolitik wieder in den Mittelpunkt zu stellen.