Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat am 23. April 2026 am Flughafen Salzburg ihr 25-jähriges Bestehen am österreichischen Markt begangen. Seit der Aufnahme der ersten Verbindung von Salzburg nach London im April 2001 beförderte der Low-Cost-Carrier nach eigenen Angaben über 40 Millionen Passagiere von und nach Österreich.
Trotz dieser langfristigen Präsenz zeichnet das Unternehmen ein düsteres Bild der aktuellen Standortattraktivität. Während andere europäische Märkte wachsen, prognostiziert Ryanair für den österreichischen Luftverkehr im Jahr 2026 einen Rückgang von zehn Prozent und führt dies primär auf die staatliche Luftverkehrssteuer sowie hohe Infrastrukturkosten zurück.
In einer deutlichen Kampfansage an die Bundesregierung unter Kanzler Stocker verknüpft Ryanair künftige Investitionen an eine radikale Reform der Abgabenlast. Die Fluggesellschaft stellt einen Wachstumsplan im Wert von einer Milliarde US-Dollar in Aussicht, der die Stationierung von zehn neuen Flugzeugen des Typs Boeing 737 in Wien sowie eine Steigerung des Passagieraufkommens auf zwölf Millionen jährlich vorsieht. Voraussetzung hierfür sei jedoch die vollständige Abschaffung der Ticketabgabe von zwölf Euro bis zum 1. Mai sowie eine Senkung der Flugsicherungs- und Flughafengebühren. Insbesondere der Flughafen Wien wird aufgefordert, wieder Anreizprogramme für wachstumsorientierte Fluglinien einzuführen.
Der Vergleich mit Nachbarstaaten spielt in der Argumentation der Fluggesellschaft eine zentrale Rolle. Länder wie die Slowakei, Ungarn oder Italien hätten durch die Senkung von Gebühren und Steuern ihre Wettbewerbsfähigkeit massiv gesteigert und lockten nun Kapazitäten ab, die eigentlich für den österreichischen Markt vorgesehen waren. Andreas Gruber, Sprecher von Ryanair, betonte, dass Österreich eines der wenigen Länder sei, das das Verkehrsaufkommen von vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht habe. Ohne ein sofortiges Einlenken der Politik drohe ein weiterer Verlust von Marktanteilen an kostengünstigere Standorte in der unmittelbaren Grenzregion.
Branchenexperten beobachten die Forderungen kritisch, da die österreichische Regierung bisher an der Flugabgabe als fester Budgeteinnahme festhält. Dennoch wächst der Druck durch Regionalflughäfen wie Salzburg, die auf die Impulse durch Billigflieger angewiesen sind, um ihre Auslastung zu sichern. Ryanair signalisiert, das Passagieraufkommen an regionalen Standorten um bis zu 150 Prozent steigern zu können, sollte der Forderungskatalog erfüllt werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Regierung Stocker auf das Ultimatum der Airline reagiert oder das Risiko weiterer Streckenstreichungen in Kauf nimmt.