Boeing 737-800, betrieben von Buzz (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair fordert Abschaffung der belgischen Flugsteuer und reduziert Angebot

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Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat den belgischen Premierminister Bart De Wever aufgefordert, die nationale Flugsteuer mit sofortiger Wirkung abzuschaffen. Hintergrund ist die Entscheidung der belgischen Regierung, die Abgabe ab dem Jahr 2027 auf zehn Euro pro Passagier zu verdoppeln.

Ryanair-Chef Michael O’Leary warnte in Brüssel eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahme und bezeichnete die Steuererhöhung als schädlich für den Tourismus, den Arbeitsmarkt und das allgemeine Verkehrsaufkommen. Laut Unternehmensangaben riskiert Belgien, zu einem der teuersten Reiseländer Europas zu werden, was die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Nachbarstaaten massiv einschränken könnte.

Als direkte Reaktion auf die steuerliche Belastung hat Ryanair bereits weitreichende Konsequenzen für den operativen Betrieb in Belgien angekündigt. Für den Winterflugplan 2026/27 wurden bereits 20 Flugverbindungen gestrichen und das Sitzplatzkontingent um rund eine Million Plätze reduziert. Besonders betroffen ist der Flughafen Brüssel-Charleroi, von dem fünf dort stationierte Flugzeuge abgezogen werden sollen. Dies entspricht laut Ryanair einem Verlust an Investitionskapital in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen betont, dass Investitionen in Märkte umgeleitet werden, die ihre Luftverkehrsabgaben senken oder bereits vollständig abgeschafft haben.

Zusätzliche Marktanalysen stützen die Argumentation der Fluggesellschaft hinsichtlich eines europaweiten Trends zur Reduzierung von Luftverkehrssteuern. Länder wie Schweden, Ungarn, Italien und die Slowakei haben zuletzt Maßnahmen ergriffen, um ihre Abgaben zu senken oder zu streichen, um die Attraktivität für Billigflieger zu erhöhen und den Tourismussektor zu stärken. In Schweden wurde die Abschaffung der Ticketsteuer bereits für das Jahr 2025 beschlossen, was laut Branchenexperten zu einem deutlichen Kapazitätsaufbau führen dürfte. Ryanair nutzt diese Beispiele, um Druck auf die belgische Koalitionsregierung auszuüben, die derzeit versucht, das Haushaltsdefizit unter anderem durch höhere Abgaben im Verkehrssektor zu konsolidieren.

Die Luftverkehrswirtschaft in Belgien steht durch diese Entwicklung vor einer Zerreißprobe. Während der Flughafen Brüssel-Zaventem primär auf Netzwerk-Carrier setzt, ist der Standort Charleroi existenziell von der Präsenz großer Low-Cost-Anbieter abhängig. Experten warnen, dass der Abzug von Flugzeugen nicht nur unmittelbare Arbeitsplätze bei der Airline gefährdet, sondern auch nachgelagerte Dienstleister wie Catering, Bodenabfertigung und regionale Hotellerie hart treffen wird. Die Forderung von Ryanair, die Steuerstreichung zur obersten Priorität für das Jahr 2026 zu machen, unterstreicht die aggressive Verhandlungsstrategie der Airline gegenüber europäischen Regierungen, die auf fiskalische Mehreinnahmen aus dem Luftverkehr setzen.

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