Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat die EU-Kommission öffentlich zu dringenden Reformen der europäischen Flugsicherung aufgefordert. Grund für die Forderung war ein französischer Streik der Fluglotsen, der nach Angaben der Fluggesellschaft zu Verspätungen bei über 190 Flügen und 35.000 Passagieren geführt hat.
Ein zentrales Problem solcher Streiks ist, daß auch Flüge betroffen sind, die den französischen Luftraum lediglich überqueren, ohne daß sie in Frankreich landen oder starten. Nach Aussage der Airline waren 70 Prozent der betroffenen Flüge sogenannte Überflüge. Die Forderungen der Airline stehen im Zusammenhang mit der jahrelangen Debatte um die Vereinheitlichung des europäischen Luftraums durch das Projekt Single European Sky.
Ryanair fordert zwei konkrete Massnahmen, um solche Einschränkungen zukünftig zu verhindern: Zum einen sollen nationale Flugsicherungsdienste auch während Streiks voll besetzt bleiben, insbesondere für die erste Flugwelle am Morgen. Zum anderen soll die EU-Kommission den Überflugverkehr während nationaler Arbeitsniederlegungen schützen. Der sogenannte Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU, der bereits im September 2024 veröffentlicht wurde, hob die wirtschaftlichen Schäden durch solche Ineffizienzen im Flugverkehr hervor.