Die Fluggesellschaft Ryanair hat die EU-Kommission zu einer Reform des europäischen Flugsicherungssystems aufgefordert. Anlaß sind die erheblichen Störungen durch einen 40-tägigen Streik der Flugsicherung in Belgrad, der seit dem 20. August andauert.
Der Arbeitskampf führte bei Ryanair in den ersten zwei Tagen zu 99 verspäteten Flügen und betraf rund 17.800 Passagiere. Die Airline bemängelt, daß der Streik nicht nur Flüge von und nach Serbien beeinträchtigt, sondern auch Überflüge, die lediglich den serbischen Luftraum durchqueren. Besonders betroffen sind Routen zwischen Polen und Griechenland oder Großbritannien und der Türkei.
Im Gegensatz zu EU-Mitgliedstaaten, wie Italien oder Griechenland, die Mindestdienstregelungen für solche Fälle haben, schützt das serbische Recht Überflüge während Flugsicherungsstreiks nicht. Dies führt zu weitreichenden Beeinträchtigungen für den gesamten Flugverkehr im südöstlichen Europa.
Ryanair fordert die Europäische Union auf, die Regelungen zu harmonisieren und Überflüge während nationaler Streiks gesetzlich zu schützen. Diese Forderung reiht sich in die Bemühungen der Flugbranche um einen einheitlichen europäischen Luftraum ein.