Michael O'Leary in Wien (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair fordert Rücktritt von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen

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Die Fluggesellschaft Ryanair hat heute EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Rücktritt aufgefordert, sollte sie nicht bereit sein, den aus Ryanairs Sicht gescheiterten europäischen Flugsicherungsdienst zu reformieren. Anlaß ist ein erneuter Streik französischer Fluglotsen am Donnerstag, dem 3., und Freitag, dem 4. Juli 2025, der zu massiven Störungen im europäischen Luftverkehr führt. Ryanair wirft von der Leyen vor, in ihrer sechsjährigen Amtszeit keinerlei Maßnahmen zur Reform des Dienstes ergriffen zu haben, wodurch jedes Jahr die Reisepläne tausender EU-Bürger beeinträchtigt würden.

Ryanair kritisiert, daß der aktuelle Streik der französischen Fluglotsen angeblich aus Protest gegen „Personalmangel“ abgehalten werde, aber paradoxerweise dieses Problem nur weiter verschärfe. Wie bereits in der Vergangenheit schütze die französische Regierung mit ihrer Mindestbetriebsregelung primär inländische Flüge, während ein unverhältnismäßig hoher Anteil an Überflügen gestrichen werde. Dies betrifft zehntausende Passagiere, die gar nicht Frankreich direkt zum Ziel haben, sondern lediglich den französischen Luftraum auf dem Weg zu anderen europäischen Destinationen überqueren. Die Fluggesellschaft betont, daß die Europäische Kommission die Pflicht habe, den Binnenmarkt für Luftverkehr zu schützen und sicherzustellen, daß der Luftraum über Frankreich offen bleibe, um unnötige Streikfolgen für den Durchreiseverkehr zu vermeiden.

Michael O’Leary, der Geschäftsführer von Ryanair, äusserte sich scharf zur Situation. Er hob hervor, daß über 400 Ryanair-Flüge und mehr als 70.000 Passagiere durch die Streiks beeinträchtigt würden, obwohl 350 dieser Flüge reine Überflüge seien, die von der EU-Kommission geschützt werden könnten. O’Leary bemängelt, daß von der Leyen sich öffentlich zur Wichtigkeit von „Wettbewerbsfähigkeit“ bekenne, wie im sogenannten Draghi-Bericht gefordert, aber bei Streiks abtauche. Er vergleicht die Situation mit der Unvorstellbarkeit, daß Europas Wasserstrassen, Strassen oder Bahnverbindungen regelmässig durch Streiks lahmgelegt würden, während dies im Luftraum zugelassen werde.

Ryanair fordert seit langem zwei Kernreformen: Erstens, die Sicherstellung einer vollständigen Besetzung des Flugsicherungsdienstes für die erste morgendliche Abflugwelle und zweitens, den Schutz von Überflügen während nationaler Streiks im Flugsicherungsdienst. O’Leary resümiert, die Luftfahrtbranche habe genug vom Versagen der EU-Kommissionspräsidentin bei der Flugsicherungsreform. Seine Forderung ist klar: Wenn Ursula von der Leyen nicht bereit sei, die notwendige Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen und Überflüge zu sichern, solle sie zurücktreten und Platz für jemanden machen, der diese überfällige Reform liefere.

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