Boarding in eine Boeing 737 (Foto: Robert Spohr).
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Ryanair fordert sofortige Abschaffung der österreichischen Luftverkehrssteuer

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Die Fluggesellschaft Ryanair hat die österreichische Bundesregierung am Mittwoch scharf für die Beibehaltung der nationalen Luftverkehrssteuer in Höhe von 12 Euro pro Passagier kritisiert. Nach Ansicht des Unternehmens führt die Abgabe zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung gegenüber Standorten in der Slowakei, Italien, Ungarn und Schweden, die ihre Flugabgaben bereits abgeschafft oder gesenkt haben. Ryanair-Manager Andreas Gruber warnte davor, dass die hohen Kosten in Österreich dazu führen, dass Fluggesellschaften ihre Kapazitäten und Flugzeuge zunehmend in kostengünstigere Nachbarländer verlagern. Die Kritik richtet sich dabei insbesondere gegen die aktuelle politische Führung unter Bundeskanzler Stocker, der Untätigkeit beim Erhalt der Standortattraktivität vorgeworfen wird.

Zusätzliche Wirtschaftsdaten unterstreichen die angespannte Situation am Luftverkehrsstandort Wien. Neben der staatlichen Ticketsteuer belasten stark gestiegene Nebenkosten die Branche: Die Flugsicherungsgebühren in Österreich sind seit der Covid-Pandemie um etwa 60 Prozent gestiegen, während die Entgelte des Flughafens Wien im selben Zeitraum um 30 Prozent angehoben wurden. Diese kumulierte Kostensteigerung macht Wien im europäischen Vergleich zu einem Hochpreis-Standort. Analysten stützen die Befürchtung der Fluggesellschaft, dass ohne regulatorische Gegenmaßnahmen für das Jahr 2026 ein Rückgang des Passagieraufkommens von bis zu 10 Prozent am Standort Wien drohen könnte, was weitreichende Folgen für den gesamten österreichischen Tourismussektor hätte.

In einem ungewöhnlichen Schritt schloss sich Ryanair dem jüngsten Aufruf des Flughafens Wien an, die Luftverkehrssteuer zum 1. Februar abzuschaffen, forderte den Flughafenbetreiber jedoch gleichzeitig auf, die eigenen Gebührenstrukturen zu senken. Gruber bezeichnete die Einnahmen aus der Steuer als vernachlässigbar für das staatliche Budget und zog einen Vergleich zu den Einnahmen aus Wiener Parkstrafen. Um das Wachstum wieder anzukurbeln, fordert die Airline die Wiedereinführung gezielter Anreizprogramme für Fluggesellschaften. Dies sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Flughäfen wie Bratislava zurückzugewinnen, die durch niedrigere Kostenstrukturen massiv um Passagiere aus der Grenzregion werben.

Der Konflikt verdeutlicht die unterschiedlichen Interessen von Staat, Flughafenbetreiber und Billigflieger in einem volatilen Marktumfeld. Während die Regierung auf die Einnahmen verweist, sieht die Luftfahrtindustrie die Rolle Österreichs als bedeutender Verkehrsknotenpunkt gefährdet. Branchenexperten weisen darauf hin, dass insbesondere die Regionalflughäfen wie Salzburg oder Klagenfurt unter dem Kostendruck leiden, da dort der Verkehr noch schneller auf günstigere Standorte abwandert. Ein Ausbleiben politischer Reformen könnte laut Ryanair dazu führen, dass geplante Flotteninvestitionen für den österreichischen Markt endgültig in andere EU-Staaten umgeleitet werden, die proaktivere Strategien zur Senkung der Standortkosten verfolgen.

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