Die anhaltenden Personalengpässe bei der britischen Flugsicherung haben erneut zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr geführt. Besonders betroffen war London Stansted, einer der wichtigsten Drehkreuze für Ryanair. Die irische Billigfluggesellschaft kritisierte die National Air Traffic Services (NATS) scharf und forderte erneut den Rücktritt von deren Geschäftsführer Martin Rolfe.
Am vergangenen Wochenende kam es an mehreren britischen Flughäfen, insbesondere in London Stansted, zu erheblichen Flugverspätungen. Der Grund dafür war ein erneuter Personalmangel bei der britischen Flugsicherung. Ryanair, die an diesem Flughafen einen ihrer wichtigsten Stützpunkte betreibt, musste zahlreiche Abflüge verschieben. Laut Angaben der Airline wurden viele Flüge um bis zu zwei Stunden verzögert, was insbesondere für Familien, die in die Ferien reisen wollten, eine große Belastung darstellte.
Ryanair informierte betroffene Passagiere über ihre sozialen Kanäle und machte dabei keinen Hehl aus ihrer Kritik an NATS. In einem Statement auf der Plattform X erklärte das Unternehmen, dass die wiederholten Engpässe „inakzeptabel“ seien und forderte den sofortigen Rücktritt des NATS-Chefs Martin Rolfe.
Ryanairs anhaltende Kritik an NATS
Die jüngste Kritik reiht sich in eine lange Serie von Beschwerden ein, die Ryanair gegen die britische Flugsicherung vorgebracht hat. Bereits im September 2024 hatte Ryanair-CEO Michael O’Leary den Rücktritt von Rolfe gefordert, nachdem es zu massiven Verzögerungen im britischen Luftraum gekommen war. Auch im August 2024 und im Dezember 2023 hatte die Airline öffentlich auf die aus ihrer Sicht unzureichende Leistung von NATS hingewiesen und strukturelle Reformen gefordert.
„Dies ist die neueste Panne von NATS, die erneut zu erheblichen Verspätungen für Tausende von Passagieren geführt hat“, erklärte O’Leary damals und warf Rolfe mangelnde Kompetenz bei der Führung des britischen Flugsicherungssystems vor.
Hintergrund der Personalengpässe
Das Problem der Personalengpässe bei NATS ist nicht neu. Bereits seit mehreren Jahren gibt es Berichte über Unterbesetzung in den Kontrollzentren, was insbesondere an verkehrsreichen Tagen zu Verzögerungen führt. Die Ausbildung neuer Fluglotsen ist komplex und dauert mehrere Jahre, wodurch kurzfristige Lösungen schwierig sind.
Die britische Luftfahrtbehörde CAA hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung zu den wiederkehrenden Engpässen angekündigt, bisher jedoch keine umfassenden Maßnahmen vorgestellt. Während einige Branchenexperten auf langfristige Lösungen hoffen, fordert Ryanair eine sofortige personelle Neuausrichtung bei NATS.
Folgen für Passagiere und den Luftverkehr
Die wiederkehrenden Verspätungen durch Flugsicherungsprobleme sind nicht nur für Airlines wie Ryanair ein wirtschaftliches Problem, sondern auch für die Reisenden eine erhebliche Belastung. Flugstörungen können Anschlussflüge gefährden und Reisepläne zunichtemachen. Zudem sehen sich Fluggesellschaften in der Pflicht, Entschädigungen an betroffene Passagiere zu zahlen, was bei massenhaften Verspätungen zu erheblichen Kosten führen kann.
Ryanair bleibt damit eine der lautesten Stimmen in der Debatte um die britische Flugsicherung. Ob die Forderung nach dem Rücktritt von Martin Rolfe tatsächlich umgesetzt wird oder ob strukturelle Reformen innerhalb von NATS folgen, bleibt abzuwarten.
2 Comments