Boeing 737-800 (Foto: Robert Spohr).
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Ryanair kritisiert Flugsicherung und fordert Reformen in Europa und Deutschland

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Die irische Fluggesellschaft Ryanair hat ihre scharfe Kritik am Zustand der europäischen Flugsicherung erneuert. Zwischen dem 1. Januar und dem 5. Oktober 2025 sollen über 30 Millionen Passagiere des Unternehmens von Flugausfällen und unnötigen Verspätungen betroffen gewesen sein. Als Hauptursachen nennt Ryanair Missmanagement und Personalmangel bei den nationalen Flugsicherungsdiensten in ganz Europa. Das Unternehmen fordert von der EU-Kommission und den nationalen Verkehrsministern entschlossene Maßnahmen zur Reform des Systems.

Besonders im Fokus der Kritik steht die deutsche Flugsicherung. Laut Angaben von Ryanair konnten im selben Zeitraum über drei Millionen Ryanair-Passagiere ihre Reisepläne nicht wie vorgesehen realisieren, was direkt auf Missmanagement und Personalmangel in Deutschland zurückgeführt wird. Marcel Meyer, Head of Communications DACH bei Ryanair, bezeichnete die Situation als inakzeptabel und kritisierte Verkehrsminister Patrick Schnieder scharf. Er forderte den Minister auf, „dringend den kaputten Flugsicherungsdienst zu reformieren“. Die Fluggesellschaft betont, dass Deutschland damit zu den in Europa am schlechtesten aufgestellten Flugsicherungen zähle, neben Ländern wie Frankreich, Spanien, Großbritannien und Griechenland.

Die Airline hat ihre Kampagne „Air Traffic Control Ruined Your Flight“ lanciert, um den Druck auf die politischen Entscheidungsträger zu erhöhen. In diesem Zuge fordert Ryanair die Reisenden aktiv dazu auf, sich direkt an die EU-Kommissionspräsidentin – die in der Kampagne mit dem Spottnamen Ursula von „Derlayed-Again“ bedacht wird – sowie an Minister Schnieder zu wenden. Konkret verlangt das Unternehmen zwei zentrale Reformen: Die vollständige Besetzung der Flugsicherungsdienste, insbesondere für die morgendliche Abflugwelle, sowie der Schutz von Überflügen während nationaler Fluglotsenstreiks. Ryanair argumentiert, dass diese Maßnahmen 90 Prozent der flugsicherungsbedingten Verzögerungen beseitigen könnten. Auch in Österreich macht die Fluggesellschaft ähnliche Probleme geltend. So waren laut Ryanair-Berichten von Jahresbeginn bis Mitte August 2025 über 850.000 Passagiere von Verspätungen aufgrund von Missmanagement und Personalmangel bei der österreichischen Flugsicherung betroffen, was einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Ryanair richtete daher bereits im August Appelle an den österreichischen Verkehrsminister, ebenfalls dringende Sanierungen des Flugsicherungsdienstes vorzunehmen. Die anhaltende Kritik unterstreicht die Notwendigkeit einer EU-weiten Harmonisierung der Flugsicherungsdienste, um eine effizientere Abwicklung des Flugverkehrs im europäischen Binnenmarkt zu gewährleisten.

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