Ryanair hat sein deutsches Verkehrsupdate für Juni veröffentlicht und dabei erneut die hohen Zugangskosten in Deutschland als Hauptgrund für die schleppende Erholung des Luftverkehrs kritisiert. Laut Ryanair bestätigen die Zahlen Deutschlands Position als den am langsamsten wachsenden Luftverkehrsmarkt in Europa, beeinträchtigt durch überhöhte Steuern, Flugsicherungsgebühren, Sicherheitsgebühren und hohe Flughafengebühren. Diese Kostenfaktoren würden den Aufschwung behindern und das Wachstum bremsen.
Der vom Nachtflugverbot betroffene Flughafen Berlin erreicht dem Bericht zufolge lediglich 71 Prozent des Verkehrsaufkommens vor der Covid-Pandemie. Auch andere große deutsche Flughäfen wie Stuttgart (77 %), Köln (78 %), Hamburg (84 %) und Düsseldorf (85 %) blieben deutlich unter ihren Vorkrisenniveaus. Ryanair führt dies auf das Versäumnis der deutschen Regierung zurück, die enorm hohen Zugangskosten zu senken. Die bereits angeschlagenen und kostenintensiven Regionalflughäfen Dresden (62 %) und Leipzig (72 %) verzeichnen seit der Einstellung des Flugbetriebes durch Ryanair weitere Rückgänge, was die Abhängigkeit vieler Regionalflughäfen von Billigfluggesellschaften unterstreicht.
Nach der Entscheidung von Ryanair, den Flugbetrieb in Deutschland für den Sommer 2025 einzuschränken, brach der deutsche Luftverkehr noch weiter ein und erreichte nur eine Erholungsrate von 87 Prozent des Vor-Covid-Niveaus. Dieser Wert macht Deutschland zum schlechtesten Luftverkehrsmarkt in Europa in Bezug auf die Erholung. Eddie Wilson, der Geschäftsführer von Ryanair, betonte, daß die Untätigkeit der Regierung weiterhin den großen deutschen Flughäfen schade und deren Erholung sowie das Wachstum beeinträchtige. Er zog einen klaren Vergleich zu anderen EU-Ländern wie Irland, Ungarn und Polen, die Zugangskosten gesenkt und Luftverkehrssteuern abgeschafft hätten, um das Verkehrsaufkommen nach der Pandemie zu fördern. So erreichten diese Länder Erholungsraten von 112 Prozent (Irland), 113 Prozent (Ungarn) und 127 Prozent (Polen) im Vergleich zu Juni 2019, während in Deutschland eine Luftverkehrsteuer von 15,53 Euro erhoben wird.
Ryanair fordert die neue deutsche Regierung erneut auf, die schädliche Luftverkehrsteuer sowie die Flugsicherungs- und Sicherheitsgebühren abzuschaffen. Bei einer Umsetzung dieser Forderungen sei Ryanair bereit, ihr Verkehrsaufkommen in Deutschland auf 34 Millionen Passagiere pro Jahr zu verdoppeln und drei Milliarden US-Dollar in neue Flugzeuge, neue Strecken und 1.000 Arbeitsplätze zu investieren. Dies sei ein Modell, das in anderen europäischen Märkten bereits erfolgreich angewendet werde, wo Regierungen durch die Abschaffung von Luftverkehrsteuern und die Senkung der Zugangskosten Investitionen von Fluggesellschaften angezogen hätten.