Boeing 737-Max-200 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair kritisiert österreichische Luftverkehrsabgabe und fordert Steuerabschaffung

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Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat zum Jahresende 2025 scharfe Kritik an der österreichischen Bundesregierung sowie am Verkehrsministerium geübt. In einer offiziellen Stellungnahme forderte das Unternehmen die sofortige Abschaffung der Luftverkehrsabgabe in Höhe von 12 Euro pro Passagier sowie eine deutliche Senkung der Flughafen- und Flugsicherungsentgelte. Laut Ryanair-Management führe die Beibehaltung dieser fiskalischen Belastungen dazu, dass Österreich im direkten Wettbewerb mit Nachbarstaaten wie der Slowakei, Ungarn oder Italien massiv an Attraktivität verliere. Während andere EU-Länder ihre Abgaben senken oder ganz streichen würden, stagniere der österreichische Markt aufgrund der hohen Kostenstruktur für Passagiere und Fluggesellschaften.

Zusätzliche Marktanalysen stützen die Argumentation der Fluggesellschaft hinsichtlich der Wettbewerbsverschiebung. Der Flughafen Bratislava, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt, verzeichnete zuletzt steigende Passagierzahlen, was Experten unter anderem auf die dortigen Kostenvorteile im Vergleich zum Flughafen Wien zurückführen. Ryanair betonte, dass die aktuelle Steuerpolitik das Wachstum im Tourismussektor und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Luftverkehr behindere. Der Konzern verwies zudem auf die Entwicklung in Deutschland, wo die Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz bereits Maßnahmen zur Senkung der Luftverkehrsteuer eingeleitet hat, um die Luftfahrtbranche zu entlasten und die Ticketpreise für Reisende zu stabilisieren.

Die Kritik der Airline richtet sich insbesondere gegen die mangelnde Reformbereitschaft innerhalb der aktuellen Legislaturperiode. Ryanair argumentiert, dass österreichische Fluggäste im Vergleich zu Bürgern in Schweden oder Italien überdurchschnittlich hohe Gebühren zahlen müssten. Die Fluggesellschaft droht indirekt damit, Kapazitäten und Flugzeuge in Länder abzuziehen, die günstigere Rahmenbedingungen bieten. In der Branche wird dieser Druck als Teil einer europaweiten Strategie von Billigfliegern gewertet, nationale Regierungen zu einer Senkung der Standortkosten zu bewegen. Österreich hält jedoch bislang an der Abgabe fest, die ursprünglich zur Budgetkonsolidierung und Steuerung des Verkehrsaufkommens eingeführt wurde.

Für das Jahr 2026 prognostiziert Ryanair ohne eine entsprechende Steuerreform einen weiteren Abfluss von Verkehrsströmen in das angrenzende Ausland. Die Airline fordert eine Neuausrichtung der österreichischen Verkehrspolitik, um den Low-Cost-Sektor als Motor für den regionalen Tourismus zu stärken. Da die Verhandlungen über Gebühren und Steuern direkte Auswirkungen auf die Flugplangestaltung für das kommende Jahr haben, wird mit einer Fortsetzung der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen dem Carrier und den staatlichen Stellen gerechnet. Passagiere müssen sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern vorerst weiterhin auf stabile bis steigende Ticketpreise ab Wien einstellen, solange keine Anpassung der staatlichen Abgaben erfolgt.

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