Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair übt scharfe Kritik an der Handhabung des Nachtflugverbots am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Anlass ist die Umleitung des Fluges FR163 von Brüssel nach Berlin am 24. März 2025. Aufgrund der geltenden Nachtflugregelungen durfte die Maschine nicht mehr in Berlin landen und wurde nach Hannover umgeleitet. Die betroffenen Passagiere mussten anschließend eine dreistündige Busfahrt nach Berlin in Kauf nehmen.
Ryanair fordert eine flexiblere Auslegung des Nachtflugverbots. Laut der Fluggesellschaft verursachen Umleitungen nicht nur erhebliche Unannehmlichkeiten für die Fluggäste, sondern führen auch zu zusätzlichen Kosten und betrieblichem Mehraufwand. Ein Sprecher von Ryanair bezeichnete die aktuelle Regelung als „unlogisch und vermeidbar“. Besonders kritisiert wird, dass Flugzeuge auch bei nur geringfügiger Verspätung umgeleitet werden, selbst wenn eine Landung kurz nach Beginn des Nachtflugverbots möglich wäre.
Allein im Februar 2025 waren laut Ryanair mehr als 1.600 Passagiere von solchen Umleitungen betroffen. Die Fluggesellschaft argumentiert, dass durch die zusätzlichen Flugstrecken unnötige Belastungen entstehen. Sie fordert von Carsten Diekmann, dem Leiter der Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LuBB), eine zügige Überarbeitung der geltenden Regelungen.
Ryanair verweist zudem auf die Unterstützung regionaler Handelskammern, darunter Berlin, Cottbus und Potsdam, die sich für eine Lockerung des Nachtflugverbots aussprechen. Mit der kürzlich veröffentlichten Erklärung zur „Luftverkehrsinitiative“ sehen sie einen Schritt in Richtung einer passagierfreundlicheren und wirtschaftlich sinnvolleren Auslegung der Flugbeschränkungen.