Boeing 737-Max-200 (Foto: Jan Gruber).
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Ryanair kündigt Kapazitätsausbau in Deutschland nach Steuersenkung an

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Der irische Billigflieger Ryanair hat am Donnerstag, den 15. Januar 2026, eine Erweiterung seines Flugangebots für den deutschen Markt bekannt gegeben. Das Unternehmen plant, für den Sommerflugplan 2026 rund 300.000 zusätzliche Sitzplätze bereitzustellen und elf neue Strecken in das Programm aufzunehmen. Diese Entscheidung folgt unmittelbar auf die Ankündigung der deutschen Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz, die Luftverkehrssteuer ab Juli 2026 zu senken und die Flugsicherungsgebühren auf dem aktuellen Niveau einzufrieren. Ryanair wertet diesen Schritt als notwendige Korrektur, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern zu verbessern.

Von dem angekündigten Wachstum profitieren primär Regionalflughäfen, die aktiv an der Reduzierung ihrer Betriebskosten gearbeitet haben. Hierzu zählen insbesondere die Standorte Köln/Bonn, Weeze (Niederrhein), Memmingen und Bremen. Im Gegensatz dazu setzt Ryanair den Sparkurs an großen Drehkreuzen mit hohen Gebührenstrukturen fort. Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) soll die Kapazität um weitere fünf Prozent sinken, während der Standort Hamburg sogar ein Minus von 20 Prozent verzeichnet. Der Konzern betont, dass die Gesamtkapazität in Deutschland trotz der neuen Sitzplätze im Jahr 2026 weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres bleiben wird, solange die Kosten an den großen Verkehrsflughäfen nicht signifikant sinken.

Zusätzliche Recherchen im politischen Umfeld verdeutlichen, dass der Kurswechsel im Verkehrsministerium unter Patrick Schieder Teil einer breiteren Strategie zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts ist. Deutschland stand zuletzt in der Kritik, da die Erholung des Luftverkehrs nach der Pandemie im europäischen Vergleich deutlich langsamer verlief, was Experten unter anderem auf die hohe Abgabenlast zurückführten. Ryanair verbindet die aktuelle Ankündigung mit einer weitreichenden Forderung: Sollte die Luftverkehrssteuer vollständig abgeschafft und die Sicherheitsgebühren reduziert werden, stellt die Airline eine Verdopplung ihres Passagieraufkommens auf 34 Millionen Reisende pro Jahr sowie die Stationierung von 30 zusätzlichen Flugzeugen in Aussicht. Dies entspräche einer Investitionssumme von rund drei Milliarden US-Dollar.

Branchenexperten beobachten, dass sich Deutschland damit einem Trend in Europa anschließt. Länder wie Schweden, Ungarn und Italien haben bereits ähnliche steuerliche Erleichterungen umgesetzt oder angekündigt, um den Tourismus und den Geschäftsreiseverkehr zu beleben. Für die deutschen Regionalflughäfen bedeutet die Entscheidung von Ryanair eine wichtige Standortsicherung, da der Billigflieger dort oft als dominanter Anbieter fungiert. Dennoch bleibt das Verhältnis zwischen der Airline und den Betreibern großer Flughäfen angespannt. Während Ryanair auf wettbewerbsfähige Gebühren pocht, verweisen die Flughafenbetreiber auf gestiegene Infrastruktur- und Personalkosten, die eine Senkung der Entgelte erschweren.

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