Ryanair baut seine Präsenz auf dem kroatischen Markt im Sommer 2026 massiv aus und stellt den bisher umfangreichsten Flugplan für das Land vor.
Im Rahmen einer Pressekonferenz in Zagreb gab Jason McGuinness, Chief Commercial Officer der Fluggesellschaft, bekannt, dass das Sitzplatzkontingent um 3,8 Prozent auf insgesamt über 4,23 Millionen Plätze gesteigert wird. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 155.000 Sitzen im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtzahl der Flugbewegungen soll auf 22.662 steigen. Neue Direktverbindungen verknüpfen künftig Dubrovnik mit Budapest und Katowice. Gleichzeitig wurden Frequenzerhöhungen auf bestehenden Strecken ab der Basis in Zagreb angekündigt, um die touristische Erschließung der Region weiter voranzutreiben.
Trotz des Gesamtwachstums kommt es zu Anpassungen im Streckennetz: Die saisonale Verbindung zwischen Zagreb und Sofia wird zum 30. Mai 2026 eingestellt, womit die einzige Nonstop-Verbindung zwischen Kroatien und Bulgarien entfällt. Zuvor hatte der Billigflieger bereits das Ende der Routen nach Frankfurt-Hahn, Pisa und Marseille bestätigt. McGuinness nutzte den Termin in Zagreb zudem für eine deutliche Forderung an die kroatische Regierung. Er plädierte für die Abschaffung der als veraltet bezeichneten Abgabe an die Zivilluftfahrtbehörde (CAA-Steuer). Die Airline argumentiert, dass diese Gebühr die Zugangskosten für Passagiere künstlich erhöhe und schlug vor, die Einsparungen durch eine Reduzierung von Subventionen für gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen (PSO) auf wenig frequentierten Strecken gegenzufinanzieren.
Das Engagement von Ryanair wird durch strategische Marketingkooperationen des Kroatischen Tourismusverbandes unterstützt. Dieser gab jüngst die Freigabe von 3,3 Millionen Euro für Partnerschaften mit diversen Fluggesellschaften bekannt, darunter neben Ryanair auch Unternehmen wie die Lufthansa Group, United Airlines und easyJet. Das Budget für diese Airline-Partnerschaften wurde in diesem Jahr um 30 Prozent aufgestockt, um die Ganzjahresverbindung nach Kroatien zu stärken. In diesem Kontext wurde auch eine Erweiterung des Angebots von United Airlines bekannt, die neben der bestehenden Route nach Dubrovnik künftig auch saisonale Direktflüge zwischen dem Flughafen Newark in den USA und Split anbieten wird.
Die Strategie von Ryanair basiert derzeit auf neun stationierten Flugzeugen an den drei kroatischen Basen Dubrovnik, Zadar und Zagreb. Nach Angaben des Unternehmens sichert dieser Betrieb über 3.500 Arbeitsplätze im Land. McGuinness betonte, dass Kroatien durch wettbewerbsfähige Gebührenstrukturen von Kapazitätsverlagerungen aus Hochkostenmärkten wie Deutschland, Österreich und Frankreich profitiert habe. Um diesen Vorteil langfristig zu sichern und weitere Investitionen anzuziehen, müsse die Regierung jedoch die regulatorischen Kosten senken. Der Ausbau des Luftverkehrs gilt als zentraler Pfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung und die Entzerrung der starken Saisonalität im kroatischen Tourismussektor.