Ryanair-Personalchef teilt gegen Lufthansa aus

Treppe mit Ryanair-Branding am Flughafen Warschau-Modlin (Foto: Jan Gruber).
Treppe mit Ryanair-Branding am Flughafen Warschau-Modlin (Foto: Jan Gruber).

Ryanair-Personalchef teilt gegen Lufthansa aus

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Mit Kritik an der milliardenschweren Staatshilfe für Lufthansa wirft Ryanair-Personalchef Darrell Hughes in einem Interview um sich. Er unterstellt gar, dass der Mitbewerber von der „staatlichen Hilfe wie ein Süchtiger von einer Droge abhängig ist“. Gleichzeitig verteidigt der Manager, dass Ryanair im Vereinigten Königreich einen staatlichen Kredit angenommen hat.

Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland behauptet Hughes, dass Lufthansa über viele Jahre hinweg verabsäumt habe das Unternehmen effizienter zu machen. Das „UK-Geld“ für Ryanair wäre ein Kredit, der im März 2021 zurückgezahlt werden muss. Es wäre mit dem milliardenschweren Rettungspaket, das Deutschland für Lufthansa geschnürt habe, überhaupt nicht vergleichbar. „Die Regierungen in der EU suchen sich jetzt aber jeweils ihre nationalen Champions aus, die ganz normale private Unternehmen sind und nun mit Steuergeld vollgepumpt werden. Der deutsche Steuerzahler bezahlt für die Ineffizienz der Lufthansa, die nicht so arbeitet, wie eine moderne Fluggesellschaft arbeiten müsste“, so der Ryanair-Personaldirektor gegenüber RND.

Gleichzeitig betont der Manager der irischen Billigfluggesellschaft, das sich Ryanair und Malta Air nicht aus Deutschland zurückziehen werden. Die angekündigte Schließung der Bases Hahn und Weeze habe nur zur Folge, dass dort keine Flugzeuge und kein Personal mehr stationiert sind. Man werde die Airports aber weiterhin ansteuern. Doch generell hält Darrell Hughes die deutschen Flughäfen für zu teuer. Diese müssen effizienter werden, so der Ryanair-Personalchef.

Angesprochen auf die für die Tochtergesellschaft Malta Air abgelehnte Kurzarbeit verweist Hughes gegenüber RND darauf, dass die Beschäftigten ihre Steuern und Sozialversicherungsabgaben in Deutschland entrichten. Das Verhalten der Bundesagentur für Arbeit ist aus der Sicht des Ryanair-Personalsdirektors „völlig unverständlich“. Auch weist er zurück, dass Ryanair aus der Sicht von Verdi versucht habe die Bildung von Betriebsräten zu unterbinden. Hughes: „Wir haben von Anfang an die Forderung von Verdi akzeptiert, einen Betriebsrat zu bilden. Ich verstehe nicht, worauf die Argumentation von Verdi abzielt, zumal die Bildung von Betriebsräten nichts mit Kurzarbeitergeld zu tun hat.“ Gegen die Entscheidung des Arbeitsamts geht man bereits vor Gericht vor.

Bei Ryanair geht man von einem schwierigen Herbst und Winter aus, denn verschärfte Quarantäneregeln und Einreisebestimmungen wirken sich negativ auf die Nachfrage aus. Deutschland wäre da im Vergleich mit anderen Staaten eher einfacher. Gegenüber RND sagte Hughes: „Leider sieht es nun aber danach aus, als würde es von Oktober an verschärfte Quarantäneregeln geben. Aber: Wir sehen erheblich mehr Schwierigkeiten in anderen Ländern, die teilweise mit extremen Restriktionen arbeiten, wie in Ungarn, wo es den Bürgern verboten ist, das Land zu verlassen. Wir wünschen uns eine koordinierte pan-europäische Vorgehensweise.“

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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