Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair kündigt für die Sommersaison 2027 eine spürbare Restrukturierung ihres Streckennetzes in den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien an. Insgesamt werden sieben Flugverbindungen in Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro eingestellt, berichtet Ex-Yu-Aviation.com.
Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit Kapazitätsreduzierungen an europäischen Basisstandorten, die der Konzern mit hohen Flughafengebühren und staatlichen Abgaben begründet. Gleichzeitig kündigte die Fluggesellschaft einzelne Neueinführungen an, darunter eine Verbindung zwischen Friedrichshafen und Zadar.
Von den Streckeninstellungen ist unter anderem die Route von Berlin nach Dubrovnik betroffen, die im April 2024 im Zuge der Basiseröffnung in der kroatischen Küstenstadt aufgenommen worden war. Auch die seit September 2016 betriebene Verbindung zwischen Berlin und der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica wird nicht weitergeführt. Der Rückzug von diesen Strecken folgt auf die Schließung der Basis auf dem Flughafen Berlin Brandenburg im Oktober 2026, durch die der Anbieter eine Halbierung des Passagieraufkommens am Standort Berlin für das Jahr 2027 erwartet. In Kroatien entfällt zudem die im März 2022 wiederaufgenommene Verbindung zwischen Rijeka und Brüssel-Charleroi.
In Serbien stellt Ryanair den Flugbetrieb am Flughafen Niš vollständig ein und streicht die Routen nach Korfu, Malta und Wien. Als Ursache nannte die Fluggesellschaft regulatorische Unstimmigkeiten bei den Betankungsvorschriften am südserbischen Standort. In Bosnien und Herzegowina wird die im Juli 2024 eingeführte Sommerverbindung zwischen Sarajevo und Thessaloniki aufgegeben, was auf den Kapazitätsabbau an der griechischen Basis zurückzuführen ist. Trotz dieser Streichung plant das Unternehmen eine spätere Aufstockung anderer Frequenzen ab Sarajevo. Den Kürzungen steht die Ankündigung einer neuen Verbindung gegenüber: Ab dem 3. Mai 2027 verbindet Ryanair Zadar zweimal wöchentlich mit dem Flughafen Friedrichshafen.
Die Umstrukturierung verdeutlicht die Flexibilität, mit der Billigfluggesellschaften Kapazitäten zwischen europäischen Regionen verlagern, um auf Gebührenstrukturen und lokale Betriebsbedingungen zu reagieren. Die schrittweise Streichung unrentabler oder durch Zusatzkosten belasteter Verbindungen führt an kleineren Regionalflughäfen im südosteuropäischen Raum zu Schwankungen beim touristischen Fluggastaufkommen und schränkt die internationale Anbindung zeitweise ein.