Boeing 737-Max-200 (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Ryanair und CFM vereinbaren Milliarden-Partnerschaft für Triebwerkswartung

Werbung

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat eine weitreichende Absichtserklärung mit dem Triebwerkshersteller CFM International unterzeichnet, um die technische Unterstützung ihrer massiv wachsenden Flugzeugflotte langfristig abzusichern. Der Vertrag über Materialdienstleistungen hat ein Volumen von mehreren Milliarden US-Dollar und sichert Ryanair den direkten Zugriff auf Original-Ersatzteile für die CFM56-7B- und LEAP-1B-Triebwerke ihrer Boeing 737-Flotte. Ziel der Vereinbarung ist es, die Betriebskosten der Airline zu senken und die Kontrolle über die Instandhaltungsprozesse zu erhöhen, während die Flotte planmäßig auf 800 Flugzeuge anwachsen soll.

Ein zentraler Aspekt der Kooperation ist der strategische Wechsel Ryanairs hin zu einer internen Wartungsstruktur. Ab dem Jahr 2029 plant die Fluggesellschaft, die Instandhaltung ihrer Triebwerke in Eigenregie durchzuführen. Zu diesem Zweck sollen zwei spezialisierte Wartungswerke (MRO-Zentren) in Europa errichtet werden. CFM, ein Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran Aircraft Engines, wird diesen Übergang durch die Lieferung von Erstausrüstungs-Kits und laufenden Ersatzteilen unterstützen. Es wird erwartet, dass Ryanair jährlich Bauteile im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar direkt vom Hersteller beziehen wird, um die Wartung der insgesamt über 2.000 Triebwerke sicherzustellen.

Diese Entwicklung markiert eine Zäsur in der bisherigen Partnerschaft, da Ryanair über drei Jahrzehnte hinweg auf externe „Power-by-the-Hour“-Verträge setzte, bei denen die Wartung komplett an den Dienstleister ausgelagert war. Mit dem Aufbau eigener Kapazitäten reagiert die Airline auf die Herausforderungen im globalen MRO-Markt, der derzeit durch Engpässe in den Lieferketten und lange Durchlaufzeiten geprägt ist. Durch die vertikale Integration der Triebwerkswartung verspricht sich das Management um Michael O’Leary eine höhere Flexibilität und eine Reduzierung der Standzeiten der Flugzeuge.

Branchenexperten sehen in diesem Schritt eine logische Fortführung der Expansionsstrategie von Ryanair, die bereits große Wartungshangars an Standorten wie Dublin, Sevilla und Breslau betreibt. Die Sicherstellung eines direkten Lieferwegs für CFM-Originalteile ist dabei essenziell, um die strengen Zertifizierungsanforderungen der Luftfahrtbehörden zu erfüllen und den Wiederverkaufswert der Triebwerke zu erhalten. CFM wiederum stärkt durch diesen Abschluss seine Position als Marktführer im Bereich der Kurzstreckenantriebe und sichert sich langfristige Einnahmen aus dem Ersatzteilgeschäft für die kommenden Jahrzehnte.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung