Die Ryanair Holdings plc hat am 26. Januar 2026 ihre Finanzergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres vorgelegt. Trotz eines Anstiegs der Passagierzahlen um 6 Prozent auf 47,5 Millionen sank der bereinigte Gewinn nach Steuern (PAT) von 149 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 115 Millionen Euro.
Als Hauptgrund für diesen Rückgang um 22 Prozent nennt das Unternehmen den Wegfall von Entschädigungszahlungen für Lieferverzögerungen bei Flugzeugen, die im Vorjahr das Ergebnis gestützt hatten. Der Gesamtumsatz stieg hingegen um 9 Prozent auf 3,21 Milliarden Euro, was auf leicht höhere Durchschnittspreise und solide Einnahmen aus Zusatzverkäufen zurückzuführen ist.
Ein besonderer Belastungsfaktor im aktuellen Bericht ist eine außerordentliche Rückstellung in Höhe von 85 Millionen Euro. Diese bezieht sich auf eine Strafe der italienischen Wettbewerbsbehörde AGCM in Gesamthöhe von 256 Millionen Euro. Die Behörde kritisiert Ryanairs Direktvertriebsmodell, das Reisebüros und Vermittler teilweise ausschließt. Konzernchef Michael O’Leary bezeichnete die Strafe als „grundlos“ und verwies auf ein Urteil des Berufungsgerichts Mailand vom Januar 2024, welches das Modell als vorteilhaft für Verbraucher bestätigte. Ryanair hat Rechtsmittel eingelegt und zeigt sich zuversichtlich, die Strafe in der Berufung abzuwenden.
In Bezug auf die Flottenplanung meldet Ryanair Fortschritte. Bis Ende Dezember 2025 befanden sich 206 Boeing 737 „Gamechanger“ im Dienst, die restlichen vier Maschinen der aktuellen Bestellung werden bis Ende Februar erwartet. Für den Sommer 2026 kündigte die Airline bereits 106 neue Routen und drei neue Basen in Rabat, Tirana und Trapani an. Strategisch verlagert der Konzern Kapazitäten weg von Hochkostenstandorten wie Deutschland und Österreich hin zu Märkten wie Schweden, Italien und Marokko, die Anreize für Verkehrswachstum bieten oder Luftverkehrsteuern senken. Boeing strebt zudem die Zertifizierung der größeren MAX-10 bis Sommer 2026 an, wobei die ersten Auslieferungen für das Frühjahr 2027 geplant sind.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Management vorsichtig optimistisch und hob die Prognose für das Passagieraufkommen auf fast 208 Millionen an. Der erwartete Jahresgewinn vor Sondereffekten wird in einer Spanne von 2,13 bis 2,23 Milliarden Euro gesehen. Trotz der Herausforderungen durch steigende Gebühren für die Flugsicherung und geopolitische Unsicherheiten in der Ukraine und im Nahen Osten sieht sich Ryanair durch eine starke Bilanz mit einer Nettoliquidität von einer Milliarde Euro gut aufgestellt. Ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 750 Millionen Euro läuft weiter, wovon bis zum Jahreswechsel bereits rund 46 Prozent abgeschlossen wurden.