Airbus A320neo (Foto: Anna Zvereva).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Salam Air nimmt Maskat-Wien auf

Werbung

Der Flughafen Wien baut seine Präsenz im Nahen und Mittleren Osten aus und begrüßt mit Salam Air einen neuen Partner auf dem österreichischen Markt. Ab dem 24. Juni 2026 wird die omanische Fluggesellschaft erstmals eine direkte Nonstop-Verbindung zwischen der Bundeshauptstadt Wien und Maskat, der Hauptstadt des Sultanats Oman, anbieten.

 Diese Entscheidung markiert eine Zäsur in der österreichischen Luftfahrtgeschichte, da der Oman bisher nicht ohne Zwischenstopp von Wien aus erreichbar war. Die neue Route wird dreimal wöchentlich bedient und zielt darauf ab, sowohl den touristischen Austausch als auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Mitteleuropa und der Arabischen Halbinsel zu intensivieren. Durch den Einsatz moderner Flugzeugtechnologie und die strategische Lage des Drehkreuzes Maskat ergeben sich zudem neue Transfermöglichkeiten in Richtung Asien und den indischen Subkontinent.

Strategische Bedeutung für den Luftfahrtstandort Wien

Die Aufnahme von Salam Air in das Portfolio des Wiener Flughafens ist das Ergebnis langjähriger Bemühungen um eine Diversifizierung des Streckennetzes. Für die Flughafen Wien AG stellt die Verbindung nach Maskat einen wichtigen Baustein dar, um die Funktion Wiens als internationales Drehkreuz zu festigen. Die Entscheidung der Airline, Wien als Ziel für ihre europäische Expansion zu wählen, unterstreicht die Attraktivität des Standortes für Anbieter aus dem Low-Cost-Segment, die verstärkt auf Langstrecken- und Nischenmärkte setzen. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, wertet diesen Schritt als Meilenstein, der nicht nur das Angebot für Reisende erweitert, sondern auch das Wachstumspotenzial in Richtung neuer Märkte signalisiert.

Wien fungiert hierbei als Gateway, das Passagieren aus dem CEE-Raum (Central and Eastern Europe) einen direkten Zugang zum Sultanat ermöglicht. Gleichzeitig bietet die Verbindung für Reisende aus dem Oman eine effiziente Möglichkeit, den Wirtschafts- und Tourismusstandort Österreich zu erreichen. Die ökonomische Relevanz solcher Direktverbindungen zeigt sich oft in einer Steigerung der Logistik- und Handelsströme sowie in einer Belebung des gehobenen Tourismussektors.

Flugplan und technische Details der Verbindung

Die Flugzeiten wurden so konzipiert, dass sie sowohl für Geschäftsreisende als auch für Touristen attraktiv sind. Jeweils montags, dienstags und freitags wird die Strecke bedient. Der Abflug in Maskat erfolgt am Vormittag um 08:35 Uhr, sodass die Maschine nach einer Flugzeit von rund sechs Stunden um 13:30 Uhr in Wien landet. Der Rückflug startet um 14:30 Uhr in Wien-Schwechat und erreicht das Sultanat am späten Abend um 22:30 Uhr Ortszeit. Diese Taktung ermöglicht es Passagieren, in Maskat Anschlussflüge innerhalb des Netzwerkes von Salam Air wahrzunehmen, etwa nach Salalah im Süden des Landes oder zu Zielen in Saudi-Arabien und Indien.

Zum Einsatz kommt auf dieser Route der Airbus A321neo. Dieses Flugzeugmodell zeichnet sich durch eine optimierte Triebwerkstechnologie und verbesserte Aerodynamik aus, was eine höhere Reichweite bei gleichzeitig gesteigerter Effizienz ermöglicht. Die Kabinenkonfiguration des Low-Cost-Carriers ist auf modernen Komfort ausgelegt und bietet eine Kapazität, die den Anforderungen der Mittelstrecke gerecht wird. Die Wahl dieses Flugzeugtyps unterstreicht den Trend in der Luftfahrtindustrie, schmalrumpfige Jets für Distanzen einzusetzen, die früher ausschließlich Großraumflugzeugen vorbehalten waren.

Wirtschaftliche Expansion und Flottenstrategie von Salam Air

Salam Air hat seit der Aufnahme des Flugbetriebs im Jahr 2017 eine rasante Entwicklung vollzogen. Das Unternehmen positioniert sich als effizienter Anbieter, der den wachsenden Markt für preisbewusste Reisen im Nahen Osten bedient. Die aktuellen Geschäftszahlen belegen diesen Aufstieg: Während im Jahr 2024 etwa 3,2 Millionen Passagiere befördert wurden, wird für das Jahr 2025 mit einer Steigerung auf über 4 Millionen Fluggäste gerechnet. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 25 Prozent innerhalb eines Jahres.

Um diesen Expansionskurs abzusichern, hat die Fluggesellschaft im Februar 2025 eine Bestellung über zehn weitere Flugzeuge bekannt gegeben. Ab dem zweiten Quartal 2026 soll die Auslieferung beginnen, mit dem Ziel, die Flotte bis zum Jahr 2028 auf insgesamt 25 Maschinen zu vergrößern. Die Verbindung nach Wien ist Teil einer breiter angelegten Strategie, die Präsenz in Europa zu verstärken und Maskat als wettbewerbsfähige Alternative zu anderen großen Drehkreuzen in der Golfregion zu etablieren. Steven Allen, Chief Commercial Officer von Salam Air, betont in diesem Zusammenhang, dass die neue Route eine wichtige Brücke zwischen Mitteleuropa und dem Sultanat schlägt und den Passagieren mehr Flexibilität bietet.

Das Sultanat Oman als aufstrebende Destination

Der Oman unterscheidet sich in seinem touristischen und kulturellen Profil deutlich von seinen Nachbarstaaten auf der Arabischen Halbinsel. Die Hauptstadt Maskat ist geprägt von einer Architektur, die traditionelle arabische Elemente bewahrt und auf übermäßige Hochhausbauten verzichtet. Zu den zentralen Sehenswürdigkeiten zählen die Große Sultan-Qabus-Moschee, die durch ihre monumentale Gebetshalle besticht, sowie das historische Viertel Mutrah mit seinem traditionellen Basar (Souk).

Geografisch bietet der Oman eine bemerkenswerte Vielfalt. Das Land verfügt über ausgedehnte Wüstenlandschaften wie die Wahiba Sands, zerklüftete Gebirgszüge im Al-Hadschar-Gebirge, die Höhen von über 3.000 Metern erreichen, sowie eine über 3.000 Kilometer lange Küstenlinie am Indischen Ozean. Besonders der Süden des Landes rund um Salalah ist während der Sommermonate aufgrund des Khareef-Monsuns, der die Region in eine grüne Oase verwandelt, ein gefragtes Ziel. Für den österreichischen Markt eröffnet die neue Flugverbindung somit den Zugang zu einem Segment, das Kulturinteressierte, Abenteuerreisende und Erholungssuchende gleichermaßen anspricht.

Zukunftsperspektiven für den Luftverkehr zwischen Österreich und der Golfregion

Die Etablierung dieser Verbindung könnte weitreichende Folgen für den Wettbewerb auf den Strecken in den Mittleren Osten haben. Während etablierte Full-Service-Carrier bisher den Markt dominierten, bringt der Markteintritt eines Low-Cost-Anbieters neue Dynamik in die Preisgestaltung und das Serviceangebot. Die Luftfahrtbranche beobachtet genau, wie sich die Nachfrage auf Direktverbindungen zu sekundären Drehkreuzen entwickelt.

Der Erfolg der Route wird maßgeblich davon abhängen, wie gut es gelingt, den Oman als eigenständige Destination im Bewusstsein der zentraleuropäischen Reisenden zu verankern. Die Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen Wien, der Fluggesellschaft und den omanischen Tourismusbehörden wird hierbei eine zentrale Rolle spielen. Sollte sich die Auslastung der dreimal wöchentlichen Flüge stabilisieren, ist eine Frequenzerhöhung in den Folgejahren ein realistisches Szenario. Mit dem Starttermin im Juni 2026 haben alle Beteiligten eine Vorlaufzeit, die für die Vermarktung und logistische Vorbereitung dieser neuen Ära im Flugverkehr zwischen Österreich und dem Oman genutzt werden kann.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung