Der Flughafen Salzburg feiert im Jahr 2026 einen historischen Meilenstein seiner Unternehmensgeschichte. Seit seiner Gründung im Jahr 1926 hat sich der Standort von einem bescheidenen Flugfeld zu einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte im Herzen Europas entwickelt. Um dieses Jubiläum gebührend zu würdigen, lädt die Flughafengesellschaft am 20. Juni 2026 zu einem umfassenden Flughafenfest ein.
Die Veranstaltung, die als Tag der offenen Tür konzipiert ist, bietet der breiten Öffentlichkeit die seltene Gelegenheit, hinter die Kulissen des Flugbetriebs zu blicken und die infrastrukturelle Bedeutung des größten Bundesländerflughafens Österreichs hautnah zu erleben. Mit rund 1,8 Millionen Passagieren jährlich fungiert der Airport heute als unverzichtbarer Wirtschaftsmotor für die gesamte Euregio-Region Salzburg und Bayern. Das Jubiläum dient dabei nicht nur der Rückschau auf technische Pionierleistungen und glanzvolle Staatsbesuche, sondern markiert zugleich den Startschuss für die weitreichendste Modernisierungsphase der Flughafengeschichte, das Infrastrukturprojekt Terminallandschaft Neu.
Pioniergeist und der Aufstieg zum internationalen Gateway
Die Erfolgsgeschichte des Salzburger Luftverkehrs begann im August 1926, als die damalige Luft Hansa die erste kommerzielle Flugverbindung zwischen München, Salzburg und Bad Reichenhall eröffnete. Was mit einer kleinen Gruppe von Visionären begann, entwickelte sich rasch zu einem stabilen wirtschaftlichen Gefüge. Bereits in den 1930er Jahren entstanden die ersten modernen Abfertigungsgebäude, die den wachsenden Bedarf an Mobilität in der Region deckten. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs, während dessen das Areal militärisch genutzt wurde, übernahm die US-Besatzungsmacht 1945 das unbeschädigte Gelände.
In der Phase des Wiederaufbaus avancierte Salzburg zur Wiege der modernen österreichischen Luftfahrt. Ein entscheidender Wendepunkt war der Ausbau der Piste im Jahr 1955 sowie die Eröffnung eines neuen Abfertigungsgebäudes im Jahr 1966, pünktlich zu den Salzburger Festspielen. Dieser Ausbau ebnete den Weg in das Jet-Zeitalter und festigte den Ruf der Stadt als Ziel für internationale Prominenz und Staatsgäste. Historische Momente, wie die Landung von US-Präsident Richard Nixon im Jahr 1974 oder das Gipfeltreffen zwischen Präsident Gerald Ford und dem ägyptischen Staatschef Sadat im Jahr darauf, unterstrichen die diplomatische Relevanz des Standorts.
Technische Meilensteine und infrastruktureller Ausbau
Mit dem Anbruch der 1970er Jahre wuchs die technische Kapazität des Flughafens kontinuierlich. Die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2.850 Meter sowie die Installation modernster instrumentengesteuerter Landesysteme ermöglichten den Betrieb von Großraumflugzeugen wie der Boeing 747 oder dem Airbus A300. Auch spektakuläre Besuche der Concorde in den 1980er Jahren zeugten von der hohen technischen Kompetenz des Standorts. Der Flughafen positionierte sich erfolgreich als Alpen-Gateway, insbesondere für den Wintertourismus aus Osteuropa und Russland.
Zur Jahrtausendwende transformierte das Aufkommen von Low-Cost-Airlines wie Ryanair und easyJet den Markt grundlegend. Die Eröffnung des amadeus terminal 2 im Jahr 2005 sowie massive Investitionen in Parkhäuser, Frachtgebäude und den markanten Hangar 7 von Red Bull machten das Gelände zu einem multifunktionalen Wirtschaftspark. Ein besonderes technologisches Aushängeschild wurde 2014 der neue Kontrollturm, der bis heute als einer der modernsten Tower Europas gilt. Trotz struktureller Veränderungen, wie dem Rückzug der Air Berlin im Jahr 2017, konnte der Standort durch neue Partnerschaften – allen voran mit der Lufthansa-Tochter Eurowings – seine Marktführerschaft im regionalen Bereich behaupten.
Wirtschaftsmotor und Arbeitgeber für die Region
Heute ist der Salzburg Airport weit mehr als eine reine Verkehrsinfrastruktur. Mit über 2.000 Arbeitsplätzen direkt am Areal und mehr als 100 ansässigen Firmen und Behörden zählt er zu den zentralen Leitbetrieben des Landes. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betont die Rolle des Flughafens als Schlüsselfaktor für Betriebsansiedlungen und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die enge Verzahnung mit der regionalen Wirtschaft zeigt sich auch in der Funktion als Partner für Blaulichtorganisationen und das Militär, die ebenfalls am Jubiläumsfest vertreten sein werden.
Die wirtschaftliche Stärke des Flughafens spiegelt sich in seinem dichten Liniennetz wider, das Salzburg mit globalen Drehkreuzen wie Frankfurt, London, Istanbul und Dubai verbindet. Besonders die Direktverbindung nach Dubai, die im Codeshare mit Emirates durchgeführt wird, stellt einen historischen Meilenstein in der Erschließung außereuropäischer Märkte dar. Trotz der Zäsur durch die weltweite Pandemie im Jahr 2020, die den Flugbetrieb zeitweise fast vollständig zum Erliegen brachte, konnte das Unternehmen durch konsequentes Krisenmanagement und staatliche Unterstützungsinstrumente wie die Kurzarbeit alle Arbeitsplätze sichern und gestärkt aus der Krise hervorgehen.
Blick in die Zukunft: Das Projekt Terminallandschaft Neu
Unter der Führung von Flughafengeschäftsführerin Bettina Ganghofer blickt das Unternehmen nun auf seine bisher größte bauliche Herausforderung. Das Projekt Terminallandschaft Neu soll sicherstellen, dass der Salzburg Airport auch in den kommenden Jahrzehnten den hohen Anforderungen an Effizienz und Passagierkomfort gerecht wird. Bürgermeister Bernhard Auinger sieht in diesem Vorhaben ein klares Bekenntnis zur Zukunftsgestaltung der Stadt Salzburg als moderner und weltoffener Standort.
Das geplante Jubiläumsfest am 20. Juni 2026 im Bereich des Terminals 2 wird den Rahmen bieten, um diese Visionen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Neben Ausstellungen der Luftfahrtindustrie und Vorführungen der Einsatzkräfte steht vor allem der Austausch mit der Bevölkerung im Vordergrund. Um den operativen Betrieb nicht zu stören, wird ein detailliertes Shuttlesystem eingerichtet, wobei die Veranstalter aufgrund der begrenzten Parkkapazitäten zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln raten. Mit diesem Fest schließt sich ein Kreis, der 1926 mit Pioniergeist begann und heute in einer hochkompetenten, international vernetzten Verkehrsdrehscheibe mündet.