Die angeschlagene US-Fluggesellschaft Spirit Airlines hat im Rahmen ihres laufenden Chapter-11-Insolvenzverfahrens eine wichtige Einigung mit ihrem größten Flugzeug-Leasinggeber AerCap Ireland Limited erzielt. Diese Vereinbarung, die vom zuständigen US-Konkursgericht genehmigt wurde, ist ein zentraler Bestandteil der weitreichenden Flottenoptimierungs- und Restrukturierungsstrategie des Billigfliegers, der zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres Gläubigerschutz beantragen musste.
Die Einigung sieht vor, dass Spirit Airlines die Leasingverträge für 27 Flugzeuge vorzeitig beendet und diese Maschinen an AerCap zurückgibt. Ein wesentlicher Teil des Deals ist die Abtretung von wertvollen Lieferslots für 60 Airbus A320neo-Familienflugzeuge aus Spirits Bestellbuch an AerCap. Im Gegenzug leistet AerCap eine Zahlung von 150 Millionen US-Dollar an Spirit Airlines und löst damit alle bestehenden Forderungen und Streitigkeiten zwischen den beiden Parteien. Die vorherige Kündigung von Vorfinanzierungsverträgen für 36 Airbus-Lieferungen durch AerCap und das in Verzug setzen Spirits bei Leasinggeschäften galt als maßgeblicher Auslöser für die erneute Insolvenzanmeldung der Airline im August.
Der Sanierungsprozess der Spirit Airlines zielt auf eine signifikante Verkleinerung der Flotte ab, um Kosten zu senken und die Kapazität an die profitable Nachfrage anzupassen. Zusätzlich zu den 27 AerCap-Flugzeugen hat Spirit bereits die Ablehnung der Leasingverträge für weitere 87 Flugzeuge bei anderen Leasinggebern beantragt. Insgesamt plant der Carrier, seine Flotte von einst 214 auf etwa 100 Flugzeuge zu halbieren und sich zudem von über zwölf Flughäfen zurückzuziehen. Parallel zur Flottenbereinigung wurde Spirit Airlines eine Debtor-in-Possession (DIP)-Finanzierung von 475 Millionen US-Dollar gewährt, die die Liquidität im Sanierungsverfahren sichern soll. Die Einigung mit AerCap umfasst auch die künftige Leasing-Lieferung von 30 neuen A320neo- und A321neo-Flugzeugen zwischen 2027 und 2029, was Spirit Zugang zu modernerem Fluggerät verschafft. Die Restrukturierung soll die Airline von Leasingverpflichtungen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Dollar entlasten und Spirit in die Lage versetzen, sich wieder auf profitablere Strecken zu konzentrieren, um einen dauerhaften Fortbestand zu sichern.