Die skandinavische Fluggesellschaft SAS (Scandinavian Airlines) steht vor einem massiven Ausbau ihrer Präsenz am Kopenhagener Flughafen, der bereits heute eine zentrale Rolle im europäischen Flugverkehr einnimmt. Ab dem Sommer 2025 werden 15 neue Strecken ab Kopenhagen eröffnet, darunter eine Langstreckenverbindung nach Seattle. Dieser Schritt markiert nicht nur eine bedeutende Erweiterung des Streckennetzes, sondern auch eine strategische Neuausrichtung der Airline in der globalen Luftfahrt.
Mit der Integration in die SkyTeam-Allianz und der erfolgreichen Umstrukturierung nach dem Gläubigerschutz fokussiert sich SAS darauf, Kopenhagen als globales Gateway zu etablieren, das Europa mit Nordamerika und Asien verbindet. Die geografisch günstige Lage der dänischen Hauptstadt ermöglicht es der Fluggesellschaft, den wachsenden Bedarf an Transatlantik- und Fernreisen zu bedienen. Der Ausbau sieht unter anderem neue Verbindungen in europäische Städte wie Krakau, Madrid und Budapest vor, während gleichzeitig bestehende Strecken – etwa nach Berlin oder Toronto – durch häufigere Flüge gestärkt werden. Insgesamt wird das Angebot in Kopenhagen um etwa 15 % erweitert, was die Position des Flughafens als Drehscheibe für den internationalen Luftverkehr weiter festigt.
Eine der herausragenden Neuerungen ist die Wiederaufnahme der Route zwischen Kopenhagen und Seattle, die nach fast sechs Jahrzehnten Unterbrechung erneut angeboten wird. Die neue Langstreckenverbindung spiegelt die wachsende Bedeutung des pazifischen Nordwestens der USA wider, wo es historische Verbindungen zu skandinavischen Einwanderern gibt. Diese Expansion ist Teil eines umfassenden Plans, der die Anzahl der Direktflüge von Kopenhagen nach Nordamerika auf elf Destinationen erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit von SAS im transatlantischen Verkehr stärkt.
Darüber hinaus wird SAS auch die Flughäfen in Oslo und Stockholm weiter ausbauen. So wird beispielsweise eine saisonale Route zwischen Oslo und New York eingeführt, um die Bedeutung dieser Städte als regionale und transatlantische Drehkreuze zu betonen. Diese strategische Erweiterung soll sowohl das Reiseerlebnis der Passagiere verbessern als auch die wirtschaftliche Entwicklung in Skandinavien fördern.
Eine zentrale Komponente des Wachstumsplans von SAS ist der Einsatz treibstoffeffizienter Flugzeuge. Die Airline verfolgt das Ziel, die Umweltauswirkungen ihres Betriebs zu minimieren, indem sie in moderne, emissionsärmere Flugzeuge investiert und sich so stärker an ihren Nachhaltigkeitszielen orientiert.
SAS-CEO Anko van der Werff unterstreicht die Bedeutung des Ausbaus: „Wir bauen ein globales Drehkreuz in Skandinavien auf. Der Kopenhagener Flughafen wird ein zentraler Punkt sein, der Europa mit Nordamerika und Asien verbindet und den Reisenden mehr Optionen, Komfort und nahtlose Verbindungen bietet.“ Die Expansion soll nicht nur das Reiseerlebnis verbessern, sondern auch die Stellung von SAS als führender Anbieter von Langstreckenflügen festigen und die wirtschaftlichen Chancen in der Region weiter stärken.
Der geplante Ausbau ist auch im Kontext des verstärkten Wettbewerbs in der Luftfahrtbranche zu sehen. Durch die Mitgliedschaft bei SkyTeam hat SAS nun Zugang zu einem umfangreicheren globalen Netzwerk, was es der Airline ermöglicht, sich als bevorzugter Partner für internationale Reisende zu positionieren.
Insgesamt markiert die Entscheidung von SAS, Kopenhagen zu einem zentralen Drehkreuz zu machen, einen Meilenstein in der strategischen Entwicklung der Airline. Der Ausbau verspricht, das Reisen von und nach Skandinavien effizienter und komfortabler zu gestalten und gleichzeitig das wirtschaftliche Wachstum in der Region zu fördern.
Kommende Herausforderungen für SAS bestehen jedoch in der zunehmenden Konkurrenz anderer Fluggesellschaften, insbesondere auf den transatlantischen Routen. Der Erfolg dieser Expansion wird stark davon abhängen, wie gut es SAS gelingt, die Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig die Effizienz und Nachhaltigkeit ihres Betriebs zu gewährleisten.