Die staatliche saudi-arabische Fluggesellschaft Saudia bereitet offenbar einen der größten Flugzeugkäufe ihrer Unternehmensgeschichte vor. Nach Berichten des Wirtschaftsdienstes Bloomberg befindet sich die Airline in frühen Verhandlungen mit den führenden Flugzeugbauern Boeing und Airbus über den Erwerb von mindestens 150 Maschinen.
Die geplante Order soll sowohl Schmalrumpfflugzeuge für regionale Strecken als auch Großraumflugzeuge für den internationalen Langstreckenverkehr umfassen. Dieser Schritt unterstreicht die Ambitionen des Königreichs, seine Kapazitäten im Luftverkehr im Rahmen der wirtschaftlichen Neuausrichtung massiv auszubauen.
Zusätzliche Branchenanalysen deuten darauf hin, dass dieser potenzielle Auftrag eng mit dem Ziel verknüpft ist, Saudi-Arabien bis zum Jahr 2030 als globalen Logistikknotenpunkt zu etablieren. Erst im vergangenen Jahr hatte das Land die Gründung einer weiteren nationalen Fluggesellschaft, Riyadh Air, bekannt gegeben, die ebenfalls umfangreiche Bestellungen bei Boeing aufgegeben hat. Saudia hingegen konzentriert sich verstärkt auf seinen Drehkreuz-Standort in Dschidda, um insbesondere den religiösen Tourismus und die Anbindung an den asiatischen sowie afrikanischen Markt zu stärken. Die Verhandlungen über die Aufteilung der Aufträge zwischen dem europäischen Hersteller Airbus und dem US-amerikanischen Konkurrenten Boeing werden in Fachkreisen mit großer Spannung verfolgt.
Hintergrund der Expansionspläne ist die Strategie, die jährliche Passagierkapazität im Land bis zum Ende des Jahrzehnts auf 330 Millionen Reisende zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine umfassende Modernisierung und Vergrößerung der bestehenden Flotte unumgänglich. Aktuell betreibt Saudia eine Mischung aus Airbus A320-Familien, Boeing 777 und 787 Dreamlinern. Ein neuer Auftrag über 150 Maschinen würde nicht nur das Durchschnittsalter der Flotte senken, sondern auch die operative Effizienz durch modernere Triebwerkstechnologie und verbesserte Aerodynamik erheblich steigern. Experten gehen davon aus, dass die offiziellen Vertragsunterzeichnungen bei einer der kommenden großen Luftfahrtmessen erfolgen könnten, sofern die Gespräche über Lieferzeiten und Finanzierungskonditionen erfolgreich verlaufen.
Die Verhandlungen finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem die weltweiten Lieferketten der Luftfahrtindustrie noch immer unter Druck stehen. Sowohl Airbus als auch Boeing kämpfen mit Auftragsrückstaus, was die Sicherung früher Lieferlots für Saudia zu einer Priorität macht. Gleichzeitig signalisiert das Interesse an einer so großen Anzahl von Flugzeugen die enorme Kaufkraft und den politischen Willen hinter den saudi-arabischen Luftfahrtprojekten. Sollte der Auftrag in diesem Umfang realisiert werden, würde Saudia seine Position im harten Wettbewerb mit anderen Golf-Airlines wie Emirates oder Qatar Airways deutlich festigen und die infrastrukturelle Basis für den geplanten wirtschaftlichen Aufstieg des Landes verbreitern.