Fahrgast (Foto: Scandlines).
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Scandlines überstellt Fähre M/F Kronprins Frederik nach Esbjerg

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Die traditionsreiche Ostseefähre M/F Kronprins Frederik der dänisch-deutschen Reederei Scandlines hat ihre finale Überführungsfahrt abgeschlossen.

Das Schiff lief am vergangenen Wochenende letztmalig aus dem Fährhafen Puttgarden ab und erreichte mit der Stammbesatzung den Zielhafen Esbjerg an der dänischen Westküste. Dort erfolgt die Übergabe an das spezialisierte Abwrackunternehmen Smedegaarden A/S, das auf der Liste der von der Europäischen Union zugelassenen Schiffsrecyclingbetriebe geführt wird. Die Ausmusterung markiert das Ende einer 45-jährigen Dienstzeit im nordeuropäischen Fährverkehr.

Das 1981 in Dienst gestellte Schienen- und Passagierschiff verkehrte ursprünglich für die Dänischen Staatsbahnen (DSB) auf der Route über den Großen Belt zwischen Korsør und Nyborg. Nach der Eröffnung der Festen Querung im Jahr 1997 übernahm Scandlines das Schiff. Es kam in den folgenden Jahrzehnten zunächst als kombiniertes Passagier- und Frachtschiff auf der Verbindung Rostock–Gedser und später als Fracht- und Reservefähre auf der Vogelfluglinie zwischen Puttgarden und Rødby zum Einsatz. Der operative Fährbetrieb der Kronprins Frederik endete bereits im März mit der Bereitstellung des Neubaus „Futura“, welcher unter dem kommerziellen Namen „The Baltic Whale“ in den Fahrplan integriert wurde.

Wie die Unternehmensführung von Scandlines mitteilte, ging der Verschrottung ein monatelanger Verkaufsprozess voraus. Die Reederei strebte primär einen Weiterverkauf des funktionstüchtigen Schiffs an internationale Käufer an. Da sich trotz längerer Verhandlungen kein Übernahmeinteressent für einen Weiterbetrieb fand, entschied sich das Management für die Zuführung zum kontrollierten Materialrecycling. Bei der Demontage in Esbjerg sollen verwertbare Rohstoffe wie Stahl und Metalle zurückgewonnen sowie verbliebene Betriebsstoffe fachgerecht entsorgt werden.

Schifffahrtsanalysten verweisen darauf, dass der Übergang von älteren Tonnage-Einheiten zu modernen Großfähren auf stark frequentierten Ostseerouten unvermeidlich ist, um den gestiegenen Anforderungen an Kapazität und Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden. Gleichzeitig verdeutlicht der Fall der M/F Kronprins Frederik die strukturellen Herausforderungen auf dem Gebrauchtmarkt für ältere Eisenbahn- und Autofähren. Spezifische Schiffsarchitekturen und alternde Maschinenanlagen erschweren einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb in anderen Fahrtgebieten, weshalb die Verwertung oft die einzige verbleibende Option darstellt.

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