Donau (Foto: Jan Gruber).
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Schifffahrt auf der Donau in Wien als Freizeitangebot bei extremen Sommertemperaturen

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Rekordtemperaturen und anhaltende Hitzewellen prägen den Sommer in Österreich, wobei in Wien-Stammersdorf bereits die Grenze von 40 Grad Celsius überschritten wurde. Vor diesem Hintergrund gewinnen kühlende Freizeitaktivitäten im städtischen Raum für die Bevölkerung sowie für Gäste der Stadt an Bedeutung. Eine Möglichkeit zur Erholung bieten Flussfahrten auf der Donau und dem Donaukanal.

Die Flug- und Schifffahrtsbranche sowie der Städtetourismus verzeichnen in solchen Hitzeperioden eine veränderte Nachfrage. Österreichs größtes Binnenschifffahrtsunternehmen, die DDSG Blue Danube, die sich im gemeinsamen Eigentum der Verkehrsbuero-Gruppe und der Wien Holding befindet, hält ihren Betrieb im Wiener Stadtgebiet aufrecht. Trotz der aktuellen hydrologischen Herausforderungen durch Niedrigwasser auf den ostösterreichischen Fließgewässern führt das Unternehmen täglich mehr als ein Dutzend Abfahrten durch. Das Angebot reicht von kurzen Kanalrundfahrten bis hin zu mehrstündigen Panoramatouren, die durch kulinarische Komponenten ergänzt werden.

Hydrologische Rahmenbedingungen und betriebliche Anpassungen bei Niedrigwasser

Der anhaltende Mangel an Niederschlägen im Einzugsgebiet der Donau hat zu spürbar gesunkenen Wasserständen geführt. Solche Niedrigwasserphasen stellen die Passagierschifffahrt auf europäischen Binnenwasserstraßen vor betriebliche Aufgaben, da der Tiefgang der Schiffe maßgeblich darüber entscheidet, welche Abschnitte sicher befahren werden können. Flachgehende Schiffe ermöglichen es den Betreibern, den Liniendienst auch bei extrem geringen Pegelständen fortzusetzen.

Geschäftsführer Johannes Kammerer verweist auf die Konstruktion der aus neun Schiffen bestehenden Flotte der DDSG Blue Danube, deren geringer Tiefgang einen kontinuierlichen Betrieb erlaubt. Dennoch erzwingt die hydrologische Lage auf einzelnen Strecken Routenanpassungen. So muss die sogenannte Große Donaurundfahrt, die regulär etwas mehr als drei Stunden dauert und zweimal täglich um 10.30 Uhr sowie um 14.00 Uhr beim Schifffahrtszentrum Reichsbrücke startet, aufgrund der aktuellen Pegelstände auf einer abweichenden Trasse geführt werden. Um Fahrgäste über kurzfristige fahrplanmäßige Änderungen oder Streckenabweichungen zu informieren, verweist das Unternehmen auf seine digitalen Informationskanäle.

Angebote auf dem Donaukanal und im Geschäftskundenbereich

Neben den Touren auf dem Hauptstrom spielt der Donaukanal eine zentrale Rolle im Angebot der Wiener Linienschifffahrt. Auf diesem Seitenarm der Donau wird die 75-minütige City Cruise angeboten. Die Fahrten beginnen fünfmal täglich bei der Schiffsstation Wien City am Schwedenplatz mit Abfahrtszeiten um 11.00 Uhr, 13.00 Uhr, 14.30 Uhr, 16.00 Uhr und 17.30 Uhr. Der Ticketpreis für diese Fahrt beginnt bei 35 Euro.

Die Betreiber richten dieses Angebot unter anderem an Personen, die während des Arbeitstages eine kurze Pause im klimatisierten Innenbereich der Schiffe verbringen möchten. Wie Geschäftsführer Wolfgang Fischer erläutert, nutzt das Unternehmen das Gastronomieangebot an Bord, um gezielt auch Angebote wie Business Lunches anzubieten. Ergänzend dazu werden Kombinationsangebote vertrieben, die Getränkeoptionen beinhalten. Für die Abendstunden wird ab dem Schwedenplatz täglich um 19.00 Uhr eine Rundfahrt angeboten. An Bord des Schiffes MS Vindobona führt die Strecke vorbei an Bauwerken des modernen Wien, darunter dem Donauturm, dem DC Tower, dem Millennium Tower und dem IZD Tower. Der Preis für ein reguläres Ticket dieser Abendschifffahrt liegt bei 50 Euro.

Panoramatouren und Kooperationen mit der lokalen Gastronomie

Auf der Hauptdonau startet ab dem Schifffahrtszentrum Reichsbrücke die zweistündige Donau Panorama Tour. Von Mittwoch bis Sonntag finden täglich drei Fahrten um 10.45 Uhr, 13.15 Uhr und 15.45 Uhr statt. An den Wochenendtagen Freitag und Samstag wird zusätzlich eine Abendfahrt um 18.30 Uhr angeboten.

Bei der Gestaltung der Gastronomie greift das Schifffahrtsunternehmen auf Kooperationen mit traditionsreichen Wiener Gewerbebetrieben zurück. Auf der MS Vienna wird die Donau Panorama Tour ab einem Fahrpreis von 45 Euro in Kombination mit Eismarillenknödeln des Wiener Eissalons Tichy angeboten. Durch diese Verbindung von Schifffahrt und lokaler Eiskultur soll das Angebot für ein breites Publikum attraktiv gehalten werden. Fahrten mit erweiterten Getränkeoptionen stehen ab einem Preis von 52,50 Euro zur Verfügung.

Wirtschaftliche Bedeutung für den Wiener Städtetourismus

Die Schifffahrt auf der Donau stellt einen festen Bestandteil des touristischen Gesamtangebots der Bundeshauptstadt dar. Die Gesellschafterstruktur der DDSG Blue Danube spiegelt dabei die Verflechtung von privater Wirtschaft und öffentlicher Hand wider. Die Verkehrsbuero-Gruppe als privater Touristikkonzern und die Wien Holding als Infrastruktur- und Dienstleistungskonzern der Stadt Wien teilen sich die Eigentümerschaft.

Die Aufrechterhaltung des Fahrbetriebs während extremer Wetterlagen ist für den Wiener Tourismus von Bedeutung, da Outdoor-Aktivitäten bei hohen Temperaturen oft nur eingeschränkt nutzbar sind. Schiffsfahrten bieten durch die Kombination aus schattenspendenden Bauten, Klimatisierung in den Salons und dem Fahrtwind auf den Freidecks eine Ausweichmöglichkeit im städtischen Freizeitsektor. Gleichzeitig beobachten Branchenbeobachter, dass die Binnenschifffahrt in ganz Mitteleuropa zunehmend gefordert ist, sich an schwankende Wasserstände und extremere Witterungsverhältnisse anzupassen, um den Betrieb ganzjährig verlässlich planen zu können.

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