Schweiz: Riskantes Flugmanöver führte zum Absturz der HB-HOT

Wrack der HB-HOT (Foto: Kantonspolizei Graubünden).
Wrack der HB-HOT (Foto: Kantonspolizei Graubünden).

Schweiz: Riskantes Flugmanöver führte zum Absturz der HB-HOT

Wrack der HB-HOT (Foto: Kantonspolizei Graubünden).
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Die Flugunfallermittler der Schweiz schreiben in ihrem Abschlussbericht, dass der Absturz der Ju-52 im Jahr 2018 unter anderem durch ein riskantes Manöver der Flugzeugführer verursacht wurde. Der Verein, der die historischen Maschinen betreibt, will nun die Auswahl und Ausbildung der Piloten verbessern.

Am 4. August 2018 stürzte im Kanton Graubünden die HB-HOT ab. Das etwa 80 Jahre alte Fluggerät befand sich auf einem Rundflug. Alle Insassen kamen beim Unfall ums Leben. Nun üben die Ermittler Kritik am Betreiber, aber auch am Bundesamt für Zivilluftfahrt. Sicherheitsprobleme wären übersehen worden und der Verein habe Risiken nicht erkannt. Im Bericht ist weiters zu lesen, dass der Oldtimer diverse technische Mängel hatte, jedoch sollen diese nicht ursächlich für den Absturz gewesen sein.

Als Hauptursache für den Absturz machten die Behörden ein riskantes Pilotenmanöver aus. Im Bericht steht geschrieben: „Die Piloten steuerten das Flugzeug in geringer Höhe, ohne Möglichkeit für einen alternativen Flugweg und mit einer für diese Verhältnisse gefährlich tiefen Geschwindigkeit in das enge Tal südwestlich des Piz Segnas. In diesem Tal durchflog das Flugzeug Turbulenzen, wie sie im Gebirge in Geländenähe stets zu erwarten sind. Diese hochriskante Flugführung bewirkte, dass die Piloten in diesen nicht außergewöhnlichen Turbulenzen die Kontrolle über das Flugzeug verloren und für ein Abfangen des Flugzeuges zu wenig Raum zur Verfügung stand. Als Folge davon stürzte das Flugzeug nahezu senkrecht zu Boden“.

Die Schweizer Unfalluntersuchungsstelle veröffentlichte auch ein Video, in dem die Erkenntnisse der Behörde einfach verständlich dargestellt sind:

Der Betreiberverein wurde im November 2018 mit einem Flugverbot belegt. Eine Überprüfung seitens des BAZL ergab zahlreiche Mängel. Der Neustart wird für das Jahr 2023 angestrebt. Bis dahin will man die anderen Maschinen überholen und verspricht, dass man die Ausbildung und Kontrolle der Piloten verbessern wird.

Tipp: Der offizielle Abschlussbericht der SUST kann unter diesem Link als PDF heruntergeladen werden.

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Redakteur dieses Artikels:

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

jan.gruber@aviation.direct

Über den Redakteur

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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