Meteodrone von Meteomatics (Foto: Meteomatics).
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Schweizer Anbieter Meteomatics revolutioniert das Risikomanagement in wetterkritischen Branchen

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Während sich die internationale Staatengemeinschaft in Belém zur 30. Weltklimakonferenz (cop 30) versammelte, um die Umsetzung globaler Klimaziele zu diskutieren, rückt die Rolle präziser Wetterdaten als entscheidender Faktor für die betriebliche Effizienz und das Risikomanagement in den Fokus.

Das Schweizer Technologieunternehmen Meteomatics hat sich als führender Anbieter in diesem Bereich positioniert und liefert mit seinen hochauflösenden Wettermodellen, der Weather-API und der Eigenentwicklung von Messinstrumenten Datenqualitäten, die neue wirtschaftliche Vorteile für wetterkritische Branchen eröffnen. Das Unternehmen unterstützt damit Sektoren wie die Energiewirtschaft, Logistik, Luftfahrt und Versicherungen dabei, Prozesse zu optimieren und die Steuerung komplexer Operationen zu verbessern.

Die Kernkompetenz von Meteomatics liegt in der Bereitstellung von Wetterprognosen, deren räumliche und zeitliche Auflösung herkömmliche Modelle deutlich übertrifft. Insbesondere in der Energiewirtschaft, einem Sektor, der massiv von Wetterschwankungen betroffen ist, führen diese präzisen Daten zu messbaren wirtschaftlichen Vorteilen. Dr. Martin Fengler, CEO von Meteomatics, betont die Bedeutung dieser Technologie: „Mit unseren Technologien machen wir Wetter- und Klimarisiken messbar und bieten gleichzeitig Lösungen, mit denen unsere Kunden smarter, nachhaltiger und resilienter agieren können.“

Technologischer Vorsprung: EURO1k und US1k

Der technologische Kern des Angebots von Meteomatics sind die proprietären numerischen Wettermodelle EURO1k für Europa und US1k für die Vereinigten Staaten. Diese Modelle zeichnen sich durch eine extrem hohe Auflösung aus, die in dieser Form auf dem kommerziellen Markt nur schwer zu finden ist. Das EURO1k-Modell liefert Wettervorhersagen mit lediglich einem Kilometer räumlicher und 15 Minuten zeitlicher Auflösung.

Dieser Detailgrad steht im Gegensatz zu weit verbreiteten Modellen, wie etwa dem ECMWF-Modell (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts), das oft eine Auflösung von neun Kilometern bietet. Die Fähigkeit, Wetterdaten im Kilometerbereich abzubilden, ist ein entscheidender Vorteil, da nur so auch schnelle Wetterumschwünge und kleinräumige, lokale Phänomene wie Gewitterzellen, lokale Windböen oder Nebelfelder präzise vorhergesagt werden können. Die hochauflösende Modellrechnung ermöglicht damit eine wesentlich genauere Planung in allen wetterabhängigen Geschäftsprozessen. Die Technologie positioniert Wetterintelligenz als strategisches Gut zur Verbesserung der operativen Resilienz gegenüber den zunehmenden Extremwetterereignissen.

Ökonomische Effizienz in der Energiewirtschaft

Für die Energiewirtschaft, die durch die volatile Einspeisung von Wind- und Solarstrom mit erheblichen betrieblichen Risiken und Kosten konfrontiert ist, sind präzisere Prognosen essenziell. Schwankungen in der Erzeugung erneuerbarer Energien erfordern eine schnelle und teure Anpassung der Lastverteilung und führen zu hohen Ausgleichskosten (Regelenergiekosten).

Durch den Einsatz des EURO1k-Modells können diese Ausgleichskosten im Energiehandel um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Eine höhere Prognosegenauigkeit erlaubt es Energieunternehmen, die erwartete Einspeisung von Wind- und Solarstrom präziser zu planen. Dies führt zu einer stabileren Steuerung von Erzeugung und Verteilung im Stromnetz. Diese Einsparungen haben direkte ökonomische Auswirkungen: Sie machen den Einsatz erneuerbarer Energien sowohl für Energieerzeuger als auch für Abnehmer wirtschaftlich deutlich attraktiver, indem sie die betriebswirtschaftlichen Risiken senken. Die Integration von präzisen Wetterprognosen in die Energiehandelsprozesse wird somit zu einem zentralen Hebel für die Effizienzsteigerung im Energiemarkt.

Die Weather-API von Meteomatics ermöglicht es Unternehmen weltweit, diese Datenflexibel und automatisiert in ihre eigenen Prozesse zu integrieren. Über 1800 meteorologische Parameter stehen zur Verfügung, was eine tiefgreifende Anpassung an spezifische Branchenanforderungen erlaubt.

Messdaten aus der unteren Atmosphäre: Innovative Messtechnik

Um die Lücke zwischen Satelliten- und Bodenmessungen zu schließen und die Qualität der eigenen Modelle kontinuierlich zu verbessern, setzt Meteomatics auf eigens entwickelte Messtechnologien. Die sogenannten Meteodrones sind speziell konzipierte unbemannte Flugsysteme, die Messlücken in der unteren Atmosphäre schließen.

Die untere Atmosphäre, insbesondere die atmosphärische Grenzschicht, ist für die Wettervorhersage von großer Bedeutung, da sich dort lokale Phänomene und der Transport von Energie und Luftfeuchtigkeit abspielen. Herkömmliche Messmethoden bieten in dieser Schicht oft keine ausreichende Auflösung. Die Drohnen ermöglichen es, präzisere Daten über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind zu sammeln, was die Input-Datenqualität für die Wetter- und Klimamodelle signifikant verbessert. Diese hochpräzisen Daten tragen langfristig zur Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit bei und sind für die Validierung der 1-Kilometer-Modelle unerlässlich.

Ergänzend kommt der Meteoglider zum Einsatz, eine wiederverwendbare, gleiterbasierte Radiosonde. Im Gegensatz zu herkömmlichen Radiosonden, die oft nur einmal verwendet werden und als Abfall in die Umwelt gelangen, kann der Meteoglider mehrfach genutzt werden. Dies stellt einen ökonomischen Vorteil in der Datenerfassung dar.

Nutzen in Luftfahrt, Logistik und Versicherungswesen

Der Nutzen hochauflösender Wetterdaten erstreckt sich über die Energiewirtschaft hinaus auf weitere wetterkritische Sektoren.

In der Luftfahrt führen präzise Windprognosen zur Optimierung von Flugrouten. Dies ermöglicht Fluggesellschaften, den Treibstoffverbrauch und somit die Betriebskosten zu reduzieren, indem sie Windeinflüsse besser berücksichtigen. Die optimierte Routenplanung verbessert zudem die Pünktlichkeit und die Effizienz des Flugbetriebs.

Fracht- und Logistikunternehmen profitieren ebenfalls von der Wetterintelligenz. Genauere Prognosen ermöglichen eine effizientere Strecken- und Umschlagplanung, insbesondere an maritimen oder großen logistischen Drehkreuzen. Die Minimierung wetterbedingter Verzögerungen in der Lieferkette führt zu höherer Planbarkeit und geringeren operativen Kosten.

Für Versicherungen sind hochauflösende Wetterdaten ein wichtiges Instrument zur verbesserten Risikoabschätzung. Die Fähigkeit, lokale Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hagel oder lokale Stürme präziser zu prognostizieren und im Nachhinein zu analysieren, ist entscheidend für die Bewertung von Policen, die Schadensregulierung und die Kalibrierung von Risikomodellen. Die erhöhte Resilienz gegenüber zunehmenden Extremwetterereignissen, die durch die Daten von Meteomatics ermöglicht wird, stellt einen strategischen Vorteil im Kontext globaler Klimarisiken dar. Die Kombination aus hochauflösender Modellrechnung, automatisierter Datenbereitstellung und innovativer Messtechnik festigt die Position von Meteomatics als Anbieter von strategischer Wetterintelligenz.

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