In der US-Hauptstadt Washington D.C. ereignete sich am Mittwochabend ein tragisches Unglück: Eine Bombardier CRJ700 der American Airlines kollidierte beim Landeanflug auf den Ronald-Reagan-Flughafen mit einem Militärhubschrauber des Typs Black Hawk. Alle 67 Insassen – 64 Passagiere und Besatzungsmitglieder des Flugzeugs sowie drei Soldaten im Hubschrauber – kamen dabei ums Leben.
John Donnelly, Leiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes von Washington D.C., teilte mit, dass bislang 30 Leichen aus dem Potomac River geborgen wurden. Er äußerte die Hoffnung, dass auch die verbleibenden Opfer zeitnah gefunden werden können, wies jedoch auf mögliche Verzögerungen hin: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden, auch wenn es noch ein wenig dauern wird. Es kann sein, dass wir mehr Ausrüstung brauchen.“
Unter den Opfern: Eiskunstlauf-Elite
Lokalen Medien zufolge befanden sich unter den Passagieren der CRJ700 mehrere Profi-Eiskunstläuferinnen und -läufer, die von einem Trainingslager in Wichita, Kansas, zurückkehrten. Die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, dass die ehemaligen Weltmeister Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow sowie ihr Sohn Maxim an Bord waren. Schischkowa und Naumow hatten 1994 den Weltmeistertitel im Paarlauf gewonnen und lebten seit 1998 in den USA. Der Kreml sprach den Familien der russischen Staatsbürger sein Beileid aus und erklärte, die traurige Nachricht scheine sich zu bestätigen.
US-Verkehrsminister Sean Duffy bestätigte, dass die Kommunikation sowohl zwischen dem Hubschrauber und der Flugsicherung als auch mit der CRJ700 mit der Registrierung N709PS funktionierte. „Der Hubschrauber war sich bewusst, dass sich ein Flugzeug in der Nähe befand“, so Duffy. Die genaue Ursache der Kollision ist jedoch noch unklar. Pentagon-Chef Pete Hegseth teilte mit, dass der Black-Hawk-Hubschrauber auf einem Übungsflug war und drei Soldaten an Bord hatte. Er sprach von einem „absolut tragischen“ Unglück und leitete umgehend Untersuchungen ein.
Herausforderungen im kontrollierten Luftraum
Das Gebiet um Washington D.C. ist für seinen streng kontrollierten Luftraum bekannt. Regelmäßig verkehren dort Militärflugzeuge und -hubschrauber zwischen dem Pentagon und nahegelegenen Basen. Zudem gibt es Patrouillenflüge der Küstenwache und Hubschrauberflüge des Marine Corps zum und vom Weißen Haus. Der Landeanflug auf den Ronald-Reagan-Flughafen gilt als komplex aufgrund der vielen Flugverbotszonen in der Umgebung.
US-Präsident Donald Trump äußerte sein Unverständnis über den Vorfall und schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social: „Das Flugzeug war auf einer perfekten und routinemäßigen Anfluglinie zum Flughafen. Der Hubschrauber flog über einen längeren Zeitraum direkt auf das Flugzeug zu. Es ist eine klare Nacht, die Lichter des Flugzeugs leuchteten, warum flog der Hubschrauber nicht rauf oder runter oder drehte ab.“ Zahlreiche weitere Politiker des Landes bekundeten ihre Bestürzung über das Unglück.
Aktueller Stand der Ermittlungen
Die Bundespolizei FBI teilte mit, dass es keine Hinweise auf Kriminalität oder Terrorismus gebe. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit darauf, warum der Militärhubschrauber in die Flugbahn der Passagiermaschine geriet. Laut CBS wurde bereits eine Blackbox gefunden, die vermutlich von der Passagiermaschine stammt. Die Auswertung dieser Aufzeichnungen soll weitere Aufschlüsse über den Unfallhergang liefern.
Die Bergungsarbeiten wurden durch die Dunkelheit, niedrige Temperaturen und starken Wind erschwert. Das Wasser an der Einsatzstelle war etwa zweieinhalb Meter tief, windig, und es trieben Eisbrocken darin. Rund 300 Rettungskräfte, darunter Taucher, waren im Einsatz, um die Opfer zu bergen und Trümmerteile zu sichern.
Flughafenschließung und Auswirkungen auf den Flugverkehr
Der Ronald-Reagan-Washington-National-Airport wurde nach dem Absturz gesperrt. Alle Starts und Landungen wurden gestoppt. Die Schließung soll bis mindestens 11.00 Uhr Donnerstag (Ortszeit) andauern. Fluggäste wurden gebeten, sich bei ihren Fluggesellschaften über den Status ihrer Flüge zu informieren.
Die genauen Umstände, die zu diesem tragischen Unfall führten, sind weiterhin Gegenstand intensiver Untersuchungen. Die Behörden arbeiten daran, die Ursache der Kollision zu ermitteln und mögliche Sicherheitslücken im stark frequentierten Luftraum von Washington D.C. zu identifizieren, um zukünftige Unglücke dieser Art zu verhindern.